Welches Spiel treibt Otto Baric?

15. Oktober 2004, 13:10
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Bericht über Austria an Auftraggeber Stronach fiel angeblich schlecht aus - Rashid Rachimov von Medien ins Spiel gebracht

Wien - Vor dem Fußball-UEFA-Cup-Rückspiel am Donnerstag in Polen wächst bei Vizemeister Austria Wien der Unmut der Fans gegenüber Otto Baric. Der von Big-Spender Frank Stronach eingesetzte Berater aus Kroatien soll nach Ansicht der Anhänger einen "Skandalbericht" an Auftraggeber Stronach abgeliefert haben.

Westtribuene.at beruft sich in einer Presseaussendung auf Magna-interne Quellen, laut derer Baric das derzeit erfolgreiche Trainerteam rund um Teammanager Günter Kronsteiner in einem schlechten Licht erscheinen lässt: "Unter anderem ist die Rede von zu wenig Qualität bei den Spielern, die durch fünf bis sieben Neuzugänge behoben werden soll. Auch genüge das derzeitige Trainerteam nicht den Anforderungen, um international erfolgreich zu sein." Inwieweit sich Stronach angesichts der anhaltenden Siegesserie und sieben Spielen in Folge ohne Gegentreffer von Baric beeinflussen lässt, ist allerdings aüßerst fraglich.

Kommt Rachimov?

Die Salzburger Nachrichten spekulieren in ihrer Dienstag-Ausgabe schon von einem künftigen Austria-Trainer Rashid Rachimov unter Sportdirektor Baric. Dies könnte folgenden Sinn ergeben: Baric weiß um seine niedrige Popularität bei den Fans bescheid, als Trainer kommt er damit - auch laut Stronach - nicht in Frage, Rachimov als Austria-Ikone wäre somit das ideale Schutzschild vor dem Unmut der Fans. Wird Baric Sportdirektor geht allerdings die Exit-Strategie von Kronsteiner ("Trainer nicht mein Traumjob, möchte mich ins Management zurückziehen") nicht mehr auf.

Rudas beruhigt

Austria-Vizepräsident und Magna-Konzernsprecher Andreas Rudas beruhigt die Gemüter und beschreibt die Tätigkeit von Baric folgendermaßen: "Es handelt sich um ein Erstellen der Ist-Situation, wobei die Informationen wie beim Consulting in der Wirtschaft direkt an den Auftraggeber und nicht an die Öffentlichkeit gehen." Offizielle Infos über die "Topsecret"-Berichte von Baric an Stronach wird es also wahrscheinlich erst nach dem geplanten Ende der Bestandsaufnahme im November geben.

"Es ist müßig zu diesem Thema etwas zu sagen", meinte Kronsteiner zu den Gerüchten um den "Skandalbericht" und verweist auf ein positives Gespräch mit Stronach im Vorfeld der Legia-Partie. "Stronach hat sich ganz klar zu uns bekannt. Er ist sehr zufrieden und freut sich über die aktuelle Entwicklung der Austria. Das hat er auch gegenüber der Mannschaft betont", meinte der Teammanager am Mittwoch nach der Ankunft in Warschau. (APA/red)

  • Baric spielt nicht mit offenen Karten.

    Baric spielt nicht mit offenen Karten.

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