Stein im Gepäck: Österreicher aus türkischer Haft entlassen

29. September 2004, 14:24
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65-Jähriger Jazzprofessor war seit Ende August in Untersuchungshaft gesessen

Graz/Antalya – Harald Neuwirth, jener Österreicher, der in der Türkei wegen Verdachts auf Antiquitätenschmuggel in Untersuchungshaft gesessen war, ist wieder frei. Sein Rechtsanwalt, Levent Gecerler, sagte gegenüber der Austria Presse Agentur, dass Neuwirth am Mittwoch mit dem Flugzeug über Ankara nach Österreich zurückreise. Der Prozess vor dem Strafgericht in Antalya werde in seiner Abwesenheit fortgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung sei aber "sehr gering", ist der Anwalt überzeugt.

Seit Ende August saß der 65-Jährige mit fünfzehn anderen Häftlingen im Ausländertrakt des Gefängnisses im Urlaubsort Antalya in Untersuchungshaft. Kontakt hatte Neuwirth während seiner Untersuchungshaft mit seiner Familie nur per Fax, den Antrag auf Entlassung gegen Kaution lehnten die türkischen Behörden im August ab. Interventionen des Außenministeriums blieben vorerst erfolglos.

"Interessanter Stein"

Den Anstoß zu der angeblichen Schmuggelaffäre gab ein "interessanter Stein", den Neuwirths zehnjähriger Sohn bei einem Ausflug gefunden hatte. Bei der Ausreise am Flughafen gab es die böse Überraschung. Der Jazzprofessor wurde festgenommen, seine Gattin hingegen durfte mit den Kindern heimreisen.

Nach türkischem Gesetz ist die Ausfuhr von antiken Steinen oder Fossilien strengstens verboten. (APA, aw)

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