Jordaniens König Abdullah rät von Wahlen im Jänner ab

28. September 2004, 18:51
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"Extremisten könnten als Sieger hervorgehen"

Bagdad - Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak hat der jordanische König Abdullah davon abgeraten, die für Jänner geplanten Wahlen in dem Land abzuhalten. Sollten die Wahlen inmitten des derzeitigen Chaos stattfinden, könnten Extremisten als Sieger hervorgehen, sagte Abdullah, der als stärkster Verbündeter der USA im Nahen Osten gilt, am Dienstag der französischen Tageszeitung "Le Figaro".

"Mir erscheint es unmöglich, in diesem Chaos, dass wir heute sehen, unstrittige Wahlen zu organisieren", sagte Abdullah der französischen Zeitung. "Sollten die Wahlen in dieser Unordnung abgehalten werden, wird die am besten organisierte Fraktion die der Rebellen sein und das Ergebnis wird genau das widerspiegeln".

Sicherheitsvakuum

Er warnte davor, lediglich in den friedlichen Teilen des Irak Wahlen abzuhalten, weil dadurch die sunnitische Bevölkerungsminderheit ausgeschlossen werde. Größter Fehler der USA im Irak sei es gewesen, die alte Armee von Saddam Hussein aufzulösen und damit ein Sicherheitsvakuum heraufzubeschwören. Der König forderte die Wiedereingliederung einfacher Mitglieder der früheren irakischen Regierungsarmee in die Streitkräfte des Landes. Sie seien als einzige in der Lage, die Ordnung im Irak wiederherzustellen.

Auch US-Außeniminister Colin Powell hatte zuletzt eingeräumt, der sich verstärkende Aufruhr bedrohe die Wahlen. Zuvor hatte Powell in Aussicht gestellt, bis zum Wahltermin werde es im Irak mehr Sicherheit geben. (APA/Reuters)

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