Prets: "Regierung ist frauen- und geburtenfeindlich"

4. Oktober 2004, 11:49
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SPÖ-Europaabgeordnete übt Kritik an Verweigerung von Unisex-Versicherungs-Tarifen

Wien - "Vladimir Spidla, der auch für Gleichberechtigung zuständige designierte EU-Kommissar für Soziales und Beschäftigungsfragen, spricht sich explizit für Unisextarife als fairste Form der Berechnung von Prämien bei Privatversicherungen aus. Hingegen nimmt die österreichische Bundesregierung bei den Verhandlungen zu dieser Richtlinie für gleiche Prämien bei Frauen und Männern eine Extremposition ein", kritisiert SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets, Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau im EP. Österreich gehe jedoch mit einer der frauen- und geburtenfeindlichsten Haltungen aller 25 EU-Länder in die Verhandlungen, so Prets am Dienstag.

Katze beißt sich in den Schwanz

"Österreich und die Slowakei sind jene Länder, welche sich bis zuletzt gegen gleich hohe Versicherungsprämien und Leistungen von Frauen und Männern aufgrund Mutterschaft und Schwangerschaft zur Wehr setzen", kritisiert Prets. Die österreichische Regierung ermuntere auf vielfältige Weise Frauen, die Geburtenzahlen zu erhöhen, betont Christa Prets, gleichzeitig beharre sie auf der Position, dass auch in Zukunft weiterhin Privatkrankenversicherungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft von Frauen bezahlt werden sollen.

"Diese Haltung widerspricht dem demokratischen Gleichheitsprinzip zwischen den Geschlechtern. Wenn sich Österreich am 4. Oktober beim EU-Ministerratstreffen gegen die Mehrheitsposition stellt, so ist dies eine dezidierte Entscheidung gegen eine konstruktive Frauen- und Familienpolitik", so die Europaabgeordnete abschließend. (red)

  • Christa Prets, Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau im EP.
    foto: standard/rudolf semotan
    Christa Prets, Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau im EP.
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