Vogelgrippe-Infektion von Mensch zu Mensch vermutet

30. September 2004, 21:45
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Bereits zehnter Todesfall in Thailand - Mutter steckte sich wahrscheinlich bei Tochter an - Wissenschaftler befürchten Epidemie

Bangkok - In Thailand ist die Vogelgrippe wahrscheinlich erstmals von Mensch zu Mensch übertragen worden. Eine am 20. September an der Krankheit verstorbene Thailänderin habe sich vermutlich bei ihrer elfjährigen Tochter angesteckt, erklärte die Regierung in Bangkok am Dienstag. Dies werde derzeit aber als Einzelfall betrachtet. Es gebe keine Hinweise darauf, dass das Virus mutiert sei.

"Trotzdem sind wir besorgt, denn eine auftretende Häufung könnte auch auf den Beginn einer weiträumigen Übertragung deuten, die zu einer weltweiten Ausdehnung führen könnte", sagte ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Wissenschafter befürchten, der Infektionsweg von Mensch zu Mensch könnte zu einer über mehrere Kontinente greifenden Epidemie führen. An einer solchen Grippe-Pandemie starben 1918 rund 20 Millionen Menschen.

WHO glaubt an Einzelfall

Die WHO und die US-Seuchenschutzbehörden, die von Anfang an in die Untersuchung des Falles einbezogen worden seien, gehen Regierungsangaben zufolge zurzeit jedoch nicht von einem ernsthaften Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung aus. WHO-Mitarbeiter glauben eigenen Aussagen zufolge ebenfalls an einen Einzelfall.

Im vergangenen Jahr hatte eine in Asien grassierende Vogelgrippe-Epidemie die Finanzmärkte weltweit verunsichert und insbesondere die Aktien von Fluggesellschaften belastet. Damals waren Unmengen Vögel getötet worden. Trotzdem brach die Krankheit in diesem Jahr erneut aus. (APA/Reuters)

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