Internet-Musikbörse Phonoline zerbröselt

1. Oktober 2004, 21:21
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Nach sechs Monaten am Ende: Technischer Betreiber Deutsche Telekom wird Musikgeschäft bei T-Online neu ordnen

Bonn/Berlin - Nur ein halbes Jahr nach ihrem verspäteten Start ist die gemeinsame Internet-Musikbörse der deutschen Musikwirtschaft am Ende. Die Deutsche Telekom als technische Betreiberin werde "PhonoLine" einstellen und die Geschäfte mit dem Herunterladen von Musiktiteln bei der Tochterfirma T-Online bündeln, teilte der Konzern am Montag in Bonn mit.

"Musicload" bei T-Online richtet sich direkt an Endkunden

Das seit einem Jahr laufende T-Online-Portal "Musicload" richtet sich im Gegensatz zu PhonoLine direkt an Endkunden. Geschäftskunden, die beim Musikverkauf aus dem Fundus der PhonoLine schöpfen, sollten ein Angebot zum Umstieg erhalten, erklärte die Phonowirtschaft in Berlin. Das Musikangebot will T-Online deutlich ausweiten: Bis Jahresende sollen 500.000 Titel auf Musicload bereitstehen.

Auch technische Schwierigkeiten führten zum schnellen Ende

Hintergrund für das schnelle Ende von PhonoLine sollen Berichten zufolge neben mangelnder Kundenakzeptanz und der Konkurrenz durch das Apple-Angebot "iTunes" auch technische Schwierigkeiten gewesen sein. Die Telekom-Festnetzsparte T-Com werde betroffenen Online-Shops Entschädigung in Millionenhöhe leisten und der Musikwirtschaft Entwicklungskosten für PhonoLine erstatten, berichtete das "Handelsblatt".

Die Telekom war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Bereits der Start der Musikplattform hatte sich wegen technischer Schwierigkeiten immer wieder verzögert. Die unter illegalen Downloads und sinkenden Absatzzahlen leidende Branche erhoffte sich mit dem Internetvertrieb neue Zuwächse. (APA)

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    montage: derstandard.at
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