Das Volk wird nicht mehr befragt

29. September 2004, 17:27
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Registerzählung löst 2011 Volkszählung ab

Wien - Die Statistik Austria wird die nächste Volkszählung im Jahr 2011 nicht mehr in der Form einer Befragung durchführen, sondern die Daten mittels Registerzählung erheben. Dabei werden die Daten vom Melderegister mit jenen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger verknüpft. Der Vorteil: Die Bevölkerung muss nicht mehr aufwändig über vorhandene Daten befragt werden. Damit 2011 alles klappt, soll bereits 2006 ein erster Testlauf stattfinden, sagte Statistik-Chef Ewald Kutzenberger. Bei der letzten Volkszählung, 2001, wurden vor allem die hohen Kosten von 500 Millionen Schilling kritisiert.

Laut Kutzenberger wird die Registerzählung bereits in den nordischen Ländern angewandt, wo gar 27 Register miteinander verknüpft werden.

175 Jahre Statistik

Die Statistik Austria, die heuer ihr 175-jähriges Bestehen feiert, wurde im Jahr 2000 aus der Bundesverwaltung ausgegliedert. Bis dahin war das frühere Statistische Zentralamt eine Dienststelle des Bundeskanzleramtes. Seit der Ausgliederung bekommen die Statistiker vom Bund jährlich einen Pauschbetrag von 50 Mio. Euro. Um die Kosten von 57 Mio. Euro (davon 35 Mio. Euro Personalkosten für 856 Mitarbeiter) zahlen zu können, werden Sonderauswertungen, vor allem im Auftrag der Ministerien, und Vertragsprojekte im Auftrag der EU durchgeführt, sagte die kaufmännische Statistik-Leiterin Gabriela Petrovic.

Zusatzforderungen

Sollte der Leistungsumfang unverändert bleiben, glaubt Petrovic bis 2009 ohne finanzielle Zusatzforderungen an den Bund auszukommen. Darüber hinaus will sie keine Prognose geben. Bis 2009 sollte auch die Zahl der Mitarbeiter (hauptsächlich Beamte) auf 770 sinken.

Weil die EU immer schneller Ergebnisse will, muss die Statistik Austria künftig unter anderem die Konjunkturstatistik bereits 30 Tage (bisher 70) nach der Befragung liefern. Da zu diesem Zeitpunkt nur ein Drittel der Unternehmensdaten vorliegen, werden der EU zunächst nur "vorzeitige Schätzungen" mit gewissen Unschärfen geliefert, die später, wenn alle Daten vorliegen, revidiert werden, erläuterte Kutzenberger. (Claudia Ruff/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2004)

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