Dudeln in Holland und Italien

3. Oktober 2004, 17:57
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Almdudler - das Traditionsunternehmen mit dem Trachtenpärchen - will nicht nur als Ferienlimo wahrgenommen werden und expandiert nach Westeuropa

Wien - Das Wiener Limonadenunternehmen Almdudler will sich künftig verstärkt der Märkte in den Niederlanden, Norditalien und Deutschland annehmen - "dort, wo wir über die Skihütten-, Heurigen und andere Feriengastronomie als österreichisch wahr genommen werden", sagt Gerhard Schilling, seit dem heurigen Frühjahr Geschäftsführer bei Almdudler, im ersten Gespräch mit dem Standard.

Distributoren gesucht

Distributoren für die Niederlande und Italien würden derzeit gesucht. In Deutschland arbeite man schon länger mit dem Wasserabfüller Frankenbrunnen zusammen, der derzeit auf dem Sprung zur nationalen Distribution sei, so Schilling.

Hier wollen die Wiener mitziehen. Almdudler ist weiterhin zu hundert Prozent im Besitz der Gründerfamilie Klein. Trotz der geplanten Expansion "bleibt das so wie es ist", sagt Schilling.

Exportanteil bei 15 Prozent

Derzeit liege der Exportanteil bei 15 Prozent. Almdudler lässt von 45 Partnern in Österreich - darunter auch Coca-Cola und Vöslauer - und einem in Deutschland pro Jahr rund 80 Millionen Liter der goldgelben Limonade abfüllen. Die Zentrale selbst kümmert sich um das Marketing und die Qualitätssicherung, hat schlanke 25 Mitarbeiter.

Die summierten Umsätze der Vertriebspartner entsprechen ungefähr 130 Millionen Euro, so Schilling. Im österreichischen Handel habe Almdudler laut den Marktforschern von ACNielsen eine Marktanteil bei Limonaden von rund zehn Prozent.

Premiummarke

Insgesamt dürften laut Branchenschätzungen im Land 650 bis 680 Millionen Liter kohlensäurehaltige Limonaden pro Jahr getrunken werden. Almdudler versteht sich als "Premiummarke", da man wie der Marktführer Coca-Cola durch die Markenstärke doch ein gewisses Preisniveau halten könne.

Die EU-Erweiterungsländer seien derzeit nicht interessant, sagt Schilling, denn dort befetzen sich derzeit Pepsi und Coca Cola, die Limonadenpreise seien dementsprechend im Keller. "Wir wollen doch in Märkte, in denen wir auf absehbare Zeit auch Geld verdienen." In der Slowakei habe man schon einen Distributeur, testweise: "Wir sehen uns das einmal von außen an."

Limo statt Fast-Wasser

Künftiges Wachstum soll vor allem im Export aber auch noch in Österreich erzielt werden - durch eine verbesserte Verteilung in der Gastronomie. Eine Erweiterung der Produktpalette sei derzeit nicht geplant. Hintergrund: Vor rund einem Jahr hatte man mit "pro-ego" keinen wirklichen Erfolg.

Das "Near Water"-Getränk hätte gegen gegen die boomenden Produkte à la Römerquelle Emotion und Vöslauer Balance punkten sollen. Das ist aber nicht passiert, "wir haben damit kein Geld verdient", sagt Schilling heute, "und es war zu weit weg von unserer Tradition." (Leo Szemeliker/DER STANDARD Printausgabe, 28.09.2004)

  • Ein Trachtenpärchen auf großer Fahrt: Almdudler will in Zukunft auch in Westeuropa präsenter sein.
    foto: almdudler

    Ein Trachtenpärchen auf großer Fahrt: Almdudler will in Zukunft auch in Westeuropa präsenter sein.

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