Kafkaesker Schwerpunkt

27. September 2004, 17:00
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Zum 80. Todestag des Literaten zeigt 3sat 23 Kafka-Programme, darunter Filme, Opern-Raritäten, Dokumentationen, Lesungen, Vorträge und Theater­aufzeichnungen

Wien - Einen literarischen Programmschwerpunkt widmet der Fernsehsender 3sat vom 13. bis zum 24. Oktober dem Schriftsteller Franz Kafka. Insgesamt werden 23 Kafka-Programme zu sehen sein, darunter Spiel- und Kurzfilme, Opern-Raritäten, Dokumentationen, Lesungen, Vorträge und Theateraufzeichnungen. Alle vier 3sat-Partner - ZDF, ORF, SF DRS und ARD - tragen Programme bei, die Federführung liegt beim ORF. Kafkas Todestag jährte sich heuer am 3. Juni zum 80. Mal.

Spielfilme: Das Schloss, Kafka, Der Prozess

3sat zeigt in seinem Kafka-Schwerpunkt unter anderem die Spielfilme "Das Schloss" mit Maximilian Schell und Helmut Qualtinger (Mittwoch, 20. Oktober, 22.25 Uhr), "Kafka" mit Jeremy Irons und Theresa Russell (Freitag, 22. Oktober, 22.30 Uhr) und "Der Prozess" mit Anthony Perkins, Romy Schneider und Orson Welles (Donnerstag, 21. Oktober, 22.25 Uhr).

Oper und Bühne

Die Oper "Der Prozess" von Gottfried von Einem steht am Sonntag, 24. Oktober, um 10.30 Uhr auf dem Programm. Eine Aufzeichnung aus dem Kleinen Theater im Konzerthaus in Wien aus dem Jahr 1982 von "Ein Bericht für eine Akademie" mit Karl Merkatz in der Hauptrolle wird am Sonntag, 17. Oktober, (11.10 Uhr) ausgestrahlt.

Dokumentation

Die österreichische Dokumentation "Kafka" von Georg Pichl gibt zum Auftakt am Mittwoch, 13. Oktober, um 21.30 Uhr einen Überblick über den gesamten literarischen Schwerpunkt und liefert Hintergrundinformationen über Leben und Schaffen Kafkas. Außerdem wird die ORF-Doku "Ich stelle mich noch einmal vor: Ich heiße Franz Kafka", basierend auf Briefen und Tagebuchaufzeichnungen, am Samstag, 16. Oktober, um 21.15 Uhr erstmals zu sehen sein.

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 in Prag geboren. Seine Mutter entstammte einer angesehenen aufgeklärt-jüdischen Großbürgerfamilie. Sein Vater war Kaufmann und kam aus einer orthodoxen jüdischen Familie. Nach dem Mittelschulabschluss studierte Kafka an der Prager Universität Jus. Nebenher hörte er germanistische Vorlesungen, besuchte literarische Salons und lernte Literaten wie Friedrich Adler, Gustav Meyrink und Max Brod, seinen lebenslangen Freund und Förderer, kennen. 1906 wurde Kafka zum Dr. jur. promoviert und arbeitete zunächst als Versicherungsjurist für die Assicurazioni Generali, bevor er 1908 in die Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt eintrat. In Folge seiner fortgeschrittenen Tuberkulose-Erkrankung wurde Kafka 1922 pensioniert. Als sich sein Zustand verschlechterte, kam er zunächst in das Sanatorium Wiener Wald in Niederösterreich und später in das Sanatorium Kierling bei Klosterneuburg, wo er am 3. Juni 1924 an einer Kehlkopftuberkulose verstarb. (APA)

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    Im Dezember 2003 wurde in Prag ein Kafka-Monument des tschechischen Künstlers Jaroslav Rona aufgestellt: Eine kopflose Figur, den Autor auf den Schultern tragend.

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