Italien und Libyen einigen sich über Plan zur Immigrationsbekämpfung

27. September 2004, 17:38
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Rom wird 150 Polizisten nach Tripolis entsenden - Ausbildung für libysches Personal zur Bekämpfung illegaler Immigration in Italien

Rom - Rom und Tripolis haben sich am Wochenende über einen Plan zur effizienteren Verhinderung illegaler Einwanderungsströme über das Mittelmeer geeinigt. Das Abkommen, das der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu bei seinem Besuch in Tripolis am Sonntag unterzeichnete, sieht vor, dass Italien 150 Polizisten nach Libyen entsenden wird, die mit den lokalen Behörden bei der Bekämpfung der Schlepperbanden und der illegalen Einwanderung zusammenarbeiten sollen.

Rom wird Tripolis auch Fahrzeuge für Transport und Überwachung wie Hubschrauber, Flugzeuge und Schiffe zur Verfügung stellen, berichtete Pisanu nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Der Minister bezeichnete sein Treffen mit seinem libyschen Amtskollegen Nasser al-Mabrouk als sehr positiv. Laut "Corriere" wird Italien auch ein Monat lang libysches Personal zur Bekämpfung der illegalen Immigration ausbilden.

Die Unterzeichnung des Abkommens wurde möglich, nachdem Brüssel die formelle Aufhebung des Embargos, das die Europäische Gemeinschaft 1986 gegen Tripolis verhängt hatte, für Oktober in Aussicht gestellt hatte. Italien will Libyen unter anderem Schiffe und Fahrzeuge zur besseren Überwachung der Küsten liefern, von denen aus die illegalen Immigranten nach Europa fahren. Italien will auch libysche Ordnungskräfte zur Bekämpfung der illegalen Immigration ausbilden.

Pisanu hatte bereits Regierungschef Silvio Berlusconi bei einem Besuch in Tripolis Ende August begleitet, bei dem Immigrationsfragen besprochen wurden. Laut dem Innenminister planen in den kommenden Monaten zwei Millionen Menschen, die libyschen Küsten in Richtung Italien zu verlassen.

"Dank der Abschaffung des Embargos können wir von Tripolis ein verstärktes Engagement bei der Bekämpfung der illegalen Immigration verlangen, was sich positiv auf die Sicherheit der EU und vor allem auf den Mittelmeerraum auswirken wird", betonte Pisanu. (APA)

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