Grüne fordern runden Tisch zu Sexarbeit in Wien

3. Februar 2005, 10:54
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AnrainerInnenproteste als "Alarmsignal" - Verdichtung von SexarbeiterInnen durch Verbotszonen

Wien - Für einen Runden Tisch zu Prostitution in Wien spricht sich die Grüne Frauensprecherin, Monika Vana aus. Die Notwendigkeit sieht Vana darin bestätigt, dass auf Konfliktsituationen im Zusammenhang mit Sexarbeit - wie beispielsweise im 15. Bezirk - von politischer Seite ausschließlich unter Bezugnahmen auf das Wiener Prostitutionsgesetz mit Verboten, strengeren Kontrollen und Strafen gegen SexarbeiterInnen reagiert würde. Vana ist überzeugt,: "Verbote sind keine Problemlösung, sondern eine Problemverlagerung".

Verbotszonen

"Durch das Wiener Prostitutionsgesetz werden sehr viele Verbotszonen definiert. Das kommt fast einem generellen Straßenprostitutionsverbot gleich, nur eben in subtiler Form. In manchen Gebieten, wie zum Beispiel im 15.Bezirk, bleibt nicht mehr viel Raum, wo SexarbeiterInnen sicher auf der Straße stehen können. Wenn dann noch darüber hinausgehende Verbotszonen geschaffen werden - z.B. Nachtfahrverbot auf der Äußeren Mariahilfer Straße - , kommt es zu einer Verdichtung an SexarbeiterInnen in den wenigen, verbleibenden legalen Straßenteilen."

Verständnis für AnrainerInnen

Vana zeigt Verständnis, dass sich BewohnerInnen in solchen Gebieten mit der Situation überfordert fühlen. "Aber Demonstrationen, an denen Kinder Tafeln mit dem Slogan tragen 'Diese Frauen müssen weg", tragen, sind ein Alarmsignal." Vana, die auch einen dementsprechenden Antrag an den Wiener Landtag eingebracht haben, fordert Frauenstadträtin Wehsely auf, Zusammen mit ExpertInnen, Verbesserungen für Sexarbeit in Wien zu entwickeln. Modelle anderer Städte wie Bern, Utrecht oder Köln sollten kritisch geprüft werden.

ExpertInnen-Team

"Wir stellen uns vor, dass gemeinsam mit SozialarbeiterInnen, ExpertInnen aus dem Migrations- und Straßensozialarbeitsbereich, SozialwissenschafterInnen, MediatorInnen für den öffentlichen Raum, RaumplanerInnen, TiefenpsychologInnen, JuristInnen, VertreterInnen der Beratungs- und Betreuungseinrichtungen bzw. -projekte wie Lefö, SILA und A.U.S., sowie aus SexarbeiterInnen neue Rahmenbedingungen für Sexarbeit in Wien konzipiert werden", konkretisierte Vana ihren Vorstoß. (red)

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