Stronach: "Die Mannschaft findet sich"

3. Oktober 2004, 11:27
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Austria-Boss: "Haben gut eingekauft" - Ivica Vastic derzeit in Hochform - Sturm-Boss Kartnig bleibt ruhig: "Haben großes Potenzial"

Wien - Die Wiener Austria hat am Sonntag ihre "Klettertour" in der Fußball-T-Mobile-Bundesliga mit dem Sprung an die Tabellenspitze erfolgreich abgeschlossen. Die Violetten, die gegen Sturm Graz einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg feierten, schafften mit ihrem bemerkenswerten Erfolgsrun (5 Meisterschaftsspiele, 5 Siege, 17:0 Tore) innerhalb eines Monats den Sprung vom 6. auf den 1. Platz. Im zweiten Sonntagsspiel der 10. Runde war Christian Mayrleb der Held, der Pasching Goalgetter traf beim 3:2 in Bregenz drei Mal.

Zufriedener Stronach

Zufriedener Zuschauer im Wiener Horr-Stadion war auch Big-Spender Frank Stronach. "Wir haben gut eingekauft, die Mannschaft findet sich", urteilte der Magna-Boss, der sich das Auswärtsspiel im UEFA-Cup am Donnerstag gegen Legia Warschau nicht live vor Ort, sondern im TV ansehen wird.

Dass die Siegesserie seiner Austria - inklusive UEFA-Cup 7 Siege, 21:0 Tore - im direkten Zusammenhang mit der Bestellung von Otto Baric zu seinem persönlichen Berater zusammenhängt, glaubt der Austro-Kanadier nicht: "Otto hat damit nichts zu tun. Er wird auch bestimmt nicht Trainer der Austria. Ich respektiere ihn sehr, er ist mein Berater." Zur Feier des Tages formierte sich im Horr-Stadion nach Schlusspfiff sogar noch einmal die Stadion-Kapelle und stimmte extra für Stronach einen Marsch an.

Ivica Vastic in Hochform

Die Darbietung des in Hochform aufgeigenden Ivica Vastic, der in zwei Spielen gegen seinen Ex-Klub Sturm Graz drei Mal getroffen hat, ließ auch das Herz von Teammanager Günter Kronsteiner lachen. "Wir haben einen guten Lauf mit überragenden Spielern wie Vastic, den man noch hervorstreichen muss. Er ist durch viele Tiefs gegangen und bringt jetzt wieder 100 Prozent Qualität ein."

Zu viel Euphorie will Kronsteiner aber vor dem UEFA-Cup-Rückspiel am Donnerstag in Polen nicht aufkommen lassen. "Wir sind gut. Wir haben aber auch gegen Sturm Fehler gemacht, die am Donnerstag gegen Legia mit Sicherheit das Aus bedeuten würden. Ohne abwertend reden zu wollen: Legia ist zwei Klassen stärker als Sturm."

"Absolute Genugtuung"

"Ivo" Vastic bezeichnete den Sprung an die Spitze "nach dem verpatzten Start" als "absolute Genugtuung", Kapitän Ernst Dospel merkte mit einem Seitenhieb auf Rapid-Star Andi Ivanschitz an: "Am Samstag hat jemand gesagt, dass bei GAK gegen Rapid die zwei besten Mannschaften Österreichs gegeneinander gespielt haben. Heute haben wir bewiesen, dass wir derzeit die beste Mannschaft Österreichs sind. Aber die Mannschaft, die alle Spiele gewinnt, gibt es noch nicht."

Einziger violetter Wermutstropfen war die leichte Verletzung von Goalie Joey Didulica, der trotz einer blutenden Schienbeinwunde nach einem Zweikampf mit Frank Verlaat bis Donnerstag einsatzfähig sein sollte. "Ich hoffe stark, dass ich spielen kann", so der sichere Schlussmann. Interessierter Austria-Beobachter in Wien-Favoriten war Admiras Neo-Trainer Dominik Thalhammer, der den kommenden Gegner sogar mit einer selbst mitgebrachten Videokamera ganz besonders genau unter die Lupe nahm.

Ruhiger Kartnig

Ungewöhnlich ruhig nahm Sturm-Boss Hannes Kartnig die bereits siebente Saisonniederlage auf. "Wir haben eine ganz, ganz junge Mannschaft, die großes Potenzial für die Zukunft hat. Ich bin mir sicher: In zwei, drei Jahren ist das eine Topmannschaft. Es ist keine Schande, gegen die Austria zu verlieren." Direkte Konsequenzen für Trainer Michael Petrovic wird es nicht geben, Kartnig meinte jedoch: "Ich werde mich mit meinem Vorstand beraten. Wenn wir auch die nächsten drei Spiele nichts gewinnen, muss man schon etwas tun. Aber ein Trainer braucht auch Glück."

Dass Sturm nicht das Tabellenende schmückt, haben die Grazer Pasching-Goalgetter Mayrleb zu verdanken. Mayrleb sorgte mit einem Triplepack gegen Bregenz im Alleingang für den 3:2-Erfolg der Oberösterreicher, der 32-Jährige hat damit in den vergangenen beiden Partien gegen die Vorarlberger nicht weniger als fünf Mal eingenetzt. "Wir haben uns an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen. Das war wichtig für die Moral der ganzen Mannschaft", meinte Mayrleb, nachdem Pasching zwei Rückstände (0:1 und 1:2), den zweiten sogar in Unterzahl, weggesteckt hatte.(APA)

  • Sigurd Rushfeldt trifft zum 2:0 für die Austria.

    Sigurd Rushfeldt trifft zum 2:0 für die Austria.

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