Bruder von britischer Geisel fordert von Blair Gnadengesuch

28. September 2004, 18:51
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Arafat setzt sich offenbar für Freilassung Kenneth Bigleys ein

London - Der Bruder des im Irak entführten Briten Ken Bigley hat den britischen Premierminister Tony Blair aufgefordert, die Entführer in einem Fax an den arabischen Fernsehsender Al Jazeera um Gnade zu bitten. "Senden Sie eine Botschaft an Al Jazeera", sagte Paul Bigley am Montag in einem BBC-Fernsehinterview. "Sie müssen nicht mit Verbrechern verhandeln, das habe ich nie verlangt." Ein einziges Schreiben reiche möglicherweise, um das Leben seines Bruders zu retten, sagte der in Amsterdam lebende Paul Bigley.

Palästinenserpräsident Yassir Arafat hat sich offenbar für die Freilassung des im Irak entführten Briten Kenneth Bigley eingesetzt. Arafats Wortmeldung in dem Geiseldrama sei "eine fantastische Nachricht", sagte Bigleys Bruder Paul dem britischen Nachrichtensender ITV News am Montag.

Ein Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde in Irland habe ihm berichtet, dass Arafat sich für seinen Bruder einsetze. Arafat habe einen Minister, der lange im Irak gelebt habe, gebeten, "alles Mögliche zu tun", damit Bigley freigelassen werde.

"Ich bin sicher, dass mein Bruder noch am Leben ist", wiederholte er, bestritt jedoch Berichte, er stehe in E-Mail-Kontakt mit den Entführern: "Ich bin nicht in direktem Kontakt mit diesen Leuten." In einer Zuschaltung zum Labour-Parteitag nach Brighton hatte er Blair am Sonntagabend vorgeworfen, mit seinem Schweigen das "Todesurteil" über Ken Bigley zu fällen.

Ken Bigley war vor zehn Tagen zusammen mit zwei amerikanischen Bauingenieuren in Bagdad entführt worden. Die von dem Jordanier Abu Musab al-Zarqawi angeführte Terrorgruppe enthauptete die beiden Amerikaner und drohte damit, Bigley ebenfalls zu ermorden. Die Gruppe stellte ein Video ins Internet, in dem Bigley Blair anfleht, die Forderung der Geiselnehmer zu erfüllen und weibliche Gefangene im Irak freizulassen. (APA/dpa)

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