Proteste in Teheran rufen Polizei auf den Plan

29. September 2004, 11:23
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Nach Aufrufen in US-Fernsehsendern 2.000 Menschen auf der Straße

Teheran - In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es am Sonntag zu Protesten gekommen, die Polizei und regierungstreue Milizen auf den Plan riefen. Bewohner der Stadt sagten, den Protesten seien Aufrufe zu Demonstrationen in Programmen persisch-sprachiger US-Fernsehsender vorausgegangen. Die Nachrichtenagentur ILNA meldete, die Protestierer seien Monarchisten, die die 1979 in der iranischen Revolution untergegangene Schah-Herrschaft befürworteten.

Augenzeugen berichteten, zwei Hundertschaften der Polizei seien in der Innenstadt zusammengezogen worden, nachdem sich rund 2.000 Menschen in den Straßen zusammengefunden hätten. Polizisten hätten auch Schlagstöcke eingesetzt, um Menschen abzudrängen. Eine Gruppe von Demonstranten hatte demnach zuvor das Wort "Frieden" skandiert.

Soziale Freiheit

Auch regierungstreue Milizionäre seien auf Motorrädern in der Stadt aufgetaucht, doch sei es nicht zu Kämpfen gekommen. Die Milizionäre hatten voriges Jahr Studentenproteste niedergeschlagen. In der von islamischen Geistlichen gelenkten Republik sind spontane Demonstrationen für mehr soziale Freiheit äußerst selten.

Einige Demonstranten sagten, sie seien dem Aufruf des Mystikers Ahura Pirouz Khalegi Yazdi gefolgt, der den Fall der Islamischen Republik Iran für den 1. Oktober vorhersage. Yazdi hatte in einem in Kalifornien beheimateten Sender angekündigt, nach einem Zusammenbruch der Islamischen Republik Exil-Iraner aus den USA mit gecharterten Maschinen in ihr Heimatland zurückzubringen. (APA/Reuters)

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