Blair räumt Fehler bei Irak-Einschätzung ein

27. September 2004, 07:11
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Außenpolitik bei Labour-Parteitag in Brighton im Blickpunkt - Zusammenhalt angesichts von "Chaos und Terror"

Brighton - Der britische Premierminister Tony Blair hat am Sonntag Fehler des Geheimdienstes bei der Einschätzung des irakischen Waffenpotenzials eingeräumt. In einem Interview zu Beginn des Parteitags der Labour Party, verteidigte Blair aber erneut die Entscheidung zum Krieg.

"Die Geheimdienstinformationen, die wir zu den tatsächlich verfügbaren Waffen hatten, stellten sich als falsch heraus", sagte Blair am Sonntag dem Rundfunksender BBC. Zur gleichen Zeit versammelten sich in Brighton die Delegierten des Parteitages. Die Geiselnahme des Briten Kenneth Bigley im Irak und dessen verzweifelter Video-Appell an den Premierminister haben Blairs Irak-Politik wieder in den Mittelpunkt gerückt.

Zusammenhalt angesichts von "Chaos und Terror"

Blair hat seine regierende Labour-Partei und die Bevölkerung aufgerufen, angesichts von "Chaos und Terror" im Irak hinter ihm zu stehen. Blair sagte der Sonntagszeitung "The Observer", es habe "mächtige Meinungsunterschiede" zum Irak gegeben.

Doch wenn die Partei jetzt nicht zusammenstehe, würde der globale Terrorismus gestärkt werden. Blair verglich die Lage im Irak mit der Situation im Zweiten Weltkrieg. "Es gab 1941 mehr Blutvergießen als 1938. Aber das bedeutete ja nicht, dass sich die Situation nicht ändern würde."

Drei britische Parteien Kopf-an-Kopf

Nach Meinungsumfragen liegen die drei größten britischen Parteien zurzeit gleichauf in der Wählergunst. Nach einer Erhebung des Instituts Populus im Auftrag der Zeitung "News of the World" kommt die Labour Party auf 28 Prozent. Einen Prozentpunkt besser liegen die Liberaldemokraten, und auf Platz eins sind die Konservativen mit 32 Prozent.

Eine andere Umfrage von Communicate Research im Auftrag der Zeitung "Independent on Sunday" sieht Labour mit 32 Prozent in Front, gefolgt von den Konservativen mit 30 und den Liberaldemokraten mit 27 Prozent. (APA/AP)

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    Trotz zugegebener Fehler verteidigt Tony Blair weiterhin die britische Beteiligung am Irak-Krieg.

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