Struck: Keine ernst zu nehmenden Taliban-Aktivitäten in Feisabad

27. September 2004, 09:51
posten

Deutscher Minister besucht Wiederaufbauteams in Afghanistan

Feisabad - Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sieht im nordafghanischen Bundeswehr-Standort Feisabad "keine ernst zu nehmenden Aktivitäten" der Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida. Das sagte Struck am Sonntag am Rande seines Besuchs des neuen deutschen Wiederaufbauteams. Struck und eine Delegation von Bundestagsabgeordneten wollen sich in Feisabad ein Bild von der Ausbildung und Ausstattung der Soldaten machen und anschließend nach Kundus fliegen. Der Minister hatte zuvor bereits versichert, dass die Bundeswehr in Afghanistan alles habe, was sie brauche.

Vorwurf: Deutsche Soldaten hätten bei Unruhen nicht eingegriffem

Struck wies Vorwürfe zurück, die deutschen Soldaten hätten bei Unruhen am 7. September mit mehreren hunderten Menschen in Feisabad nicht eingegriffen. Aus solchen Situationen halte sich die Bundeswehr grundsätzlich heraus. Außerdem seien die zu dem Zeitpunkt 66 stationierten Soldaten weder von der afghanischen Polizei noch von Hilfsorganisationen um Unterstützung gebeten worden.

Das deutsche Kontingent ist erst seit dem 1. September in Feisabad. Die Soldaten schützen ein Krankenhaus sowie eine Mädchen- und eine Jungenschule. Das Bundesentwicklungshilfeministerium unterstütze die Projekt mit insgesamt 115.000 Euro, sagte Struck. Nach seinen Angaben wird sich Dänemark von Jänner an mit 40 Soldaten und Tschechien einen Monat später ebenfalls mit 40 Mann beteiligen.

2.130 deutsche Soldaten in Afghanistan

Für den Einsatz in Afghanistan stellt Deutschland derzeit insgesamt 2.130 Soldaten zur Verfügung. Die Obergrenze des Bundestagsmandats beläuft sich auf 2.250 Soldaten. Davon sind 1.550 Soldaten in der Internationalen Schutztruppe (ISAF) in Kabul. 380 Soldaten sind in der nordafghanischen Region Kundus eingesetzt, davon 270 in der Stadt Kundus und derzeit 110 in Feisabad. 300 Soldaten sind auf dem Luftumschlagplatz Termes in Usbekistan stationiert. (APA/dpa)

Share if you care.