Kongo: Flüchtlingstragödie im Osten

28. September 2004, 19:45
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20.000 verließen aus Angst vor Kämpfen ihre Dörfer

Ngungu/Kongo - Aus Furcht vor Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo 20.000 Menschen aus ihren Dörfern geflohen und kampieren seit zwei Tagen unter freiem Himmel. Wie die Hilfsorganisation Oxfam am Samstag mitteilte, durchstreifen die Menschen auf der Suche nach Unterschlupf die regendurchtränkten Hügel nahe der Ortschaft Ngungu. "Die Bedingungen sind sehr schlecht, es ist sehr kalt", sagte Oxfam-Sprecherin Gemma Swart. Dringend benötigt würden Plastikfolien, Betttücher und Wasser.

Die kongolesische Regierung hat vor kurzem zusätzliche Truppen in mehrere östliche Provinzen entsandt, um einen Aufstand von Rebellen niederzuschlagen, die aus Ruanda unterstützt werden. Laut Swart gab es keine offiziellen Berichte über Kämpfe in der Region. Die Flüchtlinge hätten jedoch aus Angst, zum Ziel von Soldaten oder anderer bewaffneter Gruppen zu werden, ihre Heimat verlassen.

16 Tote bei Massaker

Erst vergangene Woche hatten Kämpfe zwischen einer regierungstreuen Miliz und früheren Rebellen 15.000 Einwohner der westlich gelegenen Stadt Walikale in die Flucht getrieben. Bei einem Massaker im Osten des Landes kamen in einem Dorf nahe der Provinzhauptstadt Bunia Anfang der Woche mindestens 16 Menschen ums Leben, wie der UNO-Sender Okapi meldete.

Zwar ebbten nach einem Friedensvertrag Ende 2002 die schwersten Kämpfe im Kongo ab, im Osten des Landes kommt es aber immer wieder zu Angriffen. Auch den rund 11.000 UNO-Friedenssoldaten ist es bis dato nicht gelungen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. (APA/AP)

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    Tausende Menschen sind auf der Flucht

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