Taiwan: 100.000 demonstrieren gegen Aufrüstungspläne

26. September 2004, 20:39
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Regierungschef verteidigt milliardenschweren Waffenkauf

Taipeh - Etwa 100 000 Menschen haben am Samstag in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh gegen ein geplantes Rüstungsgeschäft demonstriert. Angesichts der Proteste verteidigte Regierungschef Yu Shyi-kun das Geschäft mit den USA im Umfang von umgerechnet 14,7 Milliarden Euro.

Das Raketenabwehrsystem PAC-III, die zwölf P-3C- Hubschrauber zum Kampf gegen U-Boote und die acht Diesel-U-Boote sollten ein Gleichgewicht des Schreckens zwischen Taiwan und China sicherstellen, sagte Yu.

Die Opposition hat das Rüstungsgeschäft im Parlament blockiert. Präsident Chen Shui-bian warb am Freitag in einem persönlichen Appell dafür, die nötigen Haushaltsmittel für den Waffenkauf freizugeben. Der Oppositionspolitiker Soong Chu-yu sagte auf der Kundgebung am Samstag, die neuen Waffen könnten Taiwan nicht schützen, denn die Inselrepublik sei militärisch sowieso zu schwach.

Abtrünnige Provinz

Der einzige Weg, Taiwan zu schützen, sei die Erklärung, dass es nicht die Unabhängigkeit anstrebe. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und droht bei einer Unabhängigkeitserklärung mit Krieg.

Die Demonstranten veranstalteten nahe dem Präsidentensitz ein Friedenskonzert. Die Kundgebung endete mit einem gemeinsamen Gebet für den Frieden beiderseits der Straße von Taiwan. (APA/dpa)

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    Ein als Taiwans Präsident Chen Shui-bian maskierter Demonstrant beim Shakehands mit einem Uncle-Sam-Knochenmann

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