Annan fordert erneut rasche Hilfe für Darfur

28. September 2004, 17:53
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UN-Generalsekretär: "Jedes Land, das kann, muss helfen"

New York - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die internationale Gemeinschaft erneut nachdrücklich zu raschen Hilfen für die sudanesische Krisenregion Darfur aufgefordert. Die ganze Welt schaue dieser Tragödie zu, kritisierte Annan am Freitag vor dem Weltsicherheitsrat. Die Zivilbevölkerung in Darfur werde weiterhin täglich angegriffen. Die Vereinten Nationen müssten eine Ausweitung der Mission der Afrikanischen Union (AU) unterstützen. Dazu seien logistische Unterstützung, Ausrüstung und Geld nötig. "Jedes Land, das kann, muss helfen", betonte Annan.

Der UN-Generalsekretär forderte Regierung und Rebellengruppen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er appellierte an die Kompromissbereitschaft beider Seiten. Deren Friedensverhandlungen unter der Leitung des nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo in Abuja sind derzeit unterbrochen.

Afrikanische Union fordert Unterstützung

Obasanjo sagte, die Afrikanische Union benötige Verstärkung in Form von Logistik, Ausbildung und Personal. Er bekräftigte seine Forderung nach einer Vergrößerung der AU-Truppen auf etwa 3000 Mann. Derzeit sind etwa 120 AU-Beobachter in Darfur, die von 300 AU-Soldaten beschützt werden. Zudem bat der nigerianische Präsident um eine finanzielle Unterstützung der AU-Truppen.

Vor einer Woche hatte die UNO eine neue Sudan-Resolution verabschiedet, in der Sanktionen gegen Sudans Erdölindustrie angedroht werden, sollte die Regierung in Khartum die Sicherheit in Darfur nicht wiederherstellen. In Darfur kämpfen die Rebellenorganisationen Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) und Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM) seit Februar 2003 gegen die regierungsnahen Dschandschawid-Milizen. Laut UN-Schätzungen wurden dabei bis zu 50.000 Menschen getötet und 1,4 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. (APA/AFP)

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