Saddam-Prozess verzögert sich

25. September 2004, 21:10
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Sicherheitslage erschwert Ermittlungen

Bagdad - Der Prozess gegen den ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein wird sich nach US-Angaben voraussichtlich verzögern. Es sei unwahrscheinlich, dass das Gerichtsverfahren in naher Zukunft beginnen werde, sagte ein US-Vertreter am Freitag in Bagdad. Selbst bis Jahresende könne der Prozessauftakt nur "schwerlich" stattfinden.

Zur Begründung sagte er, die 21 Untersuchungsrichter bräuchten noch mehr Zeit, um Anklageschriften gegen ehemalige Amtsinhaber unter Saddam Hussein zu verfassen. Die sich verschlechternde Sicherheitslage erschwere die Zusammenstellung von Beweisstücken zusätzlich. So sei die Exhumierung von Leichen in Teilen des Landes nahezu unmöglich.

Mit seiner Einschätzung widersprach der US-Vertreter einer Aussage des irakischen Ministerpräsidenten Iyad Allawi. Dieser hatte dem US-Fernsehsender ABC am vergangenen Samstag gesagt, der Prozess werde "etwa im Oktober" beginnen. Saddam Hussein werde "vielleicht im November oder Dezember" vor dem Sondertribunal erscheinen, aber der Prozess beginne bereits im Oktober.

Saddam Hussein war im Dezember 2003 gefasst worden; Ende Juni hatten ihn die USA an die irakischen Behörden überstellt. Anfang Juli erschien er erstmals kurz vor dem neu gebildeten Sondertribunal. Der ehemalige Präsident soll sich in sieben Punkten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. (APA)

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