Reduzierter Roter Riese

25. September 2004, 20:00
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Neue Astronomen-Studie: Der Feuertod unserer Sonne dürfte weniger spektakulär ausfallen als bisher gedacht

Paris - Wenn die Sonne in etwa fünf Milliarden Jahren verglüht, wird dies weniger spektakulär sein als bisher angenommen. Dies geht aus einer Studie hervor, die in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts "Astronomy and Astrophysics" erscheint. Die Astronomen Guy Perrin vom Observatorium in Paris und Stephen Ridgway von Observatorium in Tucson im US-Bundesstaat Arizona ziehen darin Rückschlüsse aus neuen Beobachtungen an bestimmten weit entfernten Sternen, die bereits in ihrem Schluss-Stadium angelangt sind - so genannten Mira-Veränderlichen.

Beim Verglühen verwandeln sich Sterne in "Rote Riesen". Die ersten Beobachtungen an pulsierenden Sternen gehen auf das Jahr 1596 zurück, als der Himmelsforscher David Fabricius den Stern Mira im Sternbild Walfisch entdeckte, der auch als Omicron Ceti bekannt ist. Die Mira-Sterne haben Helligkeitsänderungen mit Lichtwechseln zwischen 80 und 1000 Tagen.

Mit Infrarot-Beobachtungen am Whipple-Observatorium auf dem Mount Hopkins konnte erstmals das Umfeld von fünf Mira-Sternen durchdrungen werden. Dabei stellten die Astronomen fest, dass sich die Mira-Sterne in einer Hülle aus Wasserdampf befinden, die etwa doppelt so groß wie ihr Durchmesser ist. Die bisherigen Messungen an den Sternen waren durch die Wasserdampf-Hülle verfälscht worden. Daher wurde der Durchmesser der Sterne größer angesetzt als er wirklich ist. Laut Perrin und Ridgway müssen die Werte nun um 30 Prozent herabgesetzt werden. Somit wird auch die Sonne im Stadium des "Roten Riesen" kleiner sein als die bisherigen Berechnungen vermuten ließen. Danach wird sie sich in einen planetarischen Nebel verwandeln, der auch die Erde umhüllt.(APA)

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