Kanzlerambition Stoibers

26. September 2004, 20:26
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CSU-Chef hält sich Kandidatur 2006 offen

Berlin - Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hält sich eine zweite Kanzlerkandidatur offen, wie im Gespräch des CSU-Chefs mit Korrespondenten in Berlin deutlich wurde. Auf die Frage des STANDARD, ob sowohl CDU-Chefin Angela Merkel als auch er selbst Kanzlerkandidat 2006 werden könnten, sagte Stoiber: "Ich befasse mich mehr mit Sachthemen als mit parteiinternen Themen."

Stoiber widersprach auch der von Merkel geäußerten Einschätzung, dass die Union nicht genügend Geschlossenheit zeige: "Die Einschätzung, die Union sei nicht geschlossen genug aufgestellt, teile ich so nicht." In Volksparteien gebe es immer wieder Streit. "Eine Opposition wird nicht wegen ihrer Positionen oder Güte gewählt, eine Regierung wird abgewählt."

Stoiber sprach sich für einen härteren Oppositionskurs aus. Wenn die Union mit der Regierung Projekte wie die Arbeitsmarktreform beschließe, "dann werden SPD und CDU in einen Topf geworfen", wie die jüngsten Stimmeneinbußen zeigten. Daraus müsse die Union "Konsequenzen ziehen". Laut Politbarometer konnte die SPD binnen eines Monats um vier auf 29 Prozent zulegen, die Union sank um drei auf 43 Prozent. (afs/DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.9.2004)

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    Berlin bleibt in seinem Blickfeld: CSU-Chef Edmund Stoiber.

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