Prodi stellt Ultimatum an Ulivo-Bündnis

26. September 2004, 10:33
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Präsident der EU-Kommission droht, 2006 nicht zu kandidieren

Romano Prodi hat der oppositionellen Ulivo-Allianz ein Ultimatum gestellt. In einem Brief an die Tageszeitung La Repubblica forderte er Donnerstag das Linksbündnis eindringlich zur Einheit auf. "Wenn die Widerstände gegen eine Einheitsliste anhalten, werde ich bei den nächsten Parlamentswahlen nicht kandidieren", drohte der scheidende Präsident der EU-Kommission, der 2006 als Spitzenkandidat gegen Premier Silvio Berlusconi antreten soll.

Die Widerstände gegen die geplante Föderation aller Oppositionslisten seien ihm unbegreiflich: "Nur, wenn wir geeint ins Rennen gehen, können wir gewinnen." Jede Doppelbödigkeit und jeder Vorbehalt müssten ausgeräumt werden. "Die endlosen Diskussionen um das Wenn und Aber" seien für die Bürger nicht nachvollziehbar, versicherte Prodi in Anspielung auf die Polemiken der vergangenen Monate.

Vor allem Margherita-Chef Francesco Rutelli lehnt es ab, bereits bei den Regionalwahlen im nächsten Jahr mit einer Einheitsliste anzutreten. "Es geht um das Schicksal unseres Landes. Italien hat international an Ansehen eingebüßt. Um diese Regierung zu schlagen, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise geführt hat, ist die Einheit unverzichtbar", so Prodi. Die Eigeninteressen der Parteien müssten zurückgestellt werden. Wenn die Opposition diesen Schritt nicht schaffe, seien weitere Diskussionen sinnlos.

Gerhard Mumelter aus Rom
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