.jpg)
Kaiser Karl I., "ehrwürdiger Diener Gottes".
Am 3. Oktober ist es nun soweit. An diesem ersten Sonntag des Monats wird Papst Johannes Paul II. den letzten österreichischen Kaiser, Karl I., auf dem Petersplatz vor rund 10.000 Pilgern selig sprechen. Vielleicht ohne Bischof Krenn, der wegen der Skandale in seiner Diözese und seiner möglichen Abberufung zu Hause bleiben könnte.
Für die Historikerin Maria Habacher sind es vordringlich "zeitgeschichtliche Aspekte" des Lebens des letzten Kaisers, die im Seligsprechungsverfahren aufgearbeitet worden seien. Karl I. habe 1916 - nach dem Tod seines Großonkels Kaiser Franz Joseph - "den Thron bestiegen und seinem Volk mit Gerechtigkeit und Liebe gedient", unterstrich der Präfekt der Heiligsprechungskongregation, Kurienkardinal Jose Saraiva Martins die soziale Facette in Karls Politik, die andererseits vor allem durch seine Rolle beim Giftgaseinsatz in der Isonzoschlacht schwer in Misskredit geriet.
Für den Politologen Anton Pelinka liegt der historische Fall klar: "Natürlich hat er die Kriegspolitik - einschließlich der neuen Vernichtungstechniken - mitgemacht. Er war kein besonderer Finsterling, aber auch keine positive Leitfigur." Kaisersohn Otto Habsburg antwortet auf Kritik, es sei "längst erwiesen, dass der Giftgaseinsatz vom deutschen Infanteriegeneral Otto von Below befehligt wurde."
Der lange Weg
Der lange Weg zur Seligsprechung Karls, der sich bis zuletzt geweigert hatte, abzudanken, begann schon ein Jahr nach seinem Tod. Der christlich-soziale Nationalratspräsident Wilhelm Miklas - später von 1928-1938 Bundespräsident der Ersten Republik - bat den Wiener Kardinalerzbischof Friedrich Gustav Piffl, mit der Einleitung eines Verfahrens zu beginnen. Es dauerte aber bis 1949 ehe das Procedere unter Kardinal Theodor Innitzer gestartet wurde. Es wurden Materialien gesammelt, Zeugen befragt. Der Aufwand war enorm: Allein die Aussagen der Gattin von Kaiser Karl, Zita, sollen sich auf rund 1000 Seiten belaufen. Es meldeten sich 654 Zeugen.
Voraussetzung für die Seligsprechung ist der Märtyrertod oder ein Wunder. Da der 34-jährige Kaiser 1922 an einer Lungenentzündung im Exil auf Madeira starb, kam der Märtyrertod nicht infrage. Es wurde ihm ein Wunder zuteil. Im Jahr 1960 soll er posthum eine Ordensschwester, die ihn anrief, von ihren Krampfadern befreit haben.
Während hochrangige Kirchenvertreter und eine Politikerdelegation unter der Führung von Nationalratspräsident Andreas Khol an der Spitze zur Feier nach Rom reisen wird, spricht der Politologe Pelinka von einer "am Rande des Lächerlichen angesiedelte Seligsprechung. Allein schon das Wunder: die Krampfadern einer brasilianischen Nonne. Wenn es wenigstens die Gesundung krebskranker Kinder in den Elendsquartieren Kalkuttas gewesen wäre." Die Seligsprechung gehe "offenbar auf eine kleine, aber starke Lobby im Vatikan zurück".
Pelinka: "Ich sehe das Ganze als einen eher atypischen Rückfall in eine Welt von gestern, in der Angehörige herrschender Häuser einen privilegierten Zugang zu den Päpsten hatten. Franz Jägerstätter, das wäre ein interessanter österreichischer Heiliger. Kaiser Karls Seligsprechung unterstreicht nur die Schwierigkeiten der Kirche, den Puls der Zeit richtig zu erfassen." (DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.9.2004)
wie jedes gute katholische Ritual, natürlich -auch- eine nette Posse. Allerdings: Un ein bloß kosmetisches Phänomen ging es bei der Nonne in Brasilien nicht. Eher schon um ein "offenes Bein". Das sollte der Redlichkeit halber schon angemerkt werden, auch wenn es der Lächerlichkeit des Kasus etwas Abbruch tun sollte.
"Allein die Aussagen der Gattin von Kaiser Karl, Zita, sollen sich auf rund 1000 Seiten belaufen."
Welch unvorstellbares Grauen mich da befällt, wenn ich an die arme Sau denke, die das vielleicht lesen muss, was die (selige?) Frau Zita da zu Protokoll gegeben hat.
Der unendliche Wortschwall, der über tausend Seiten die uninteressantesten Familien und Verwandtschaftsverhältnisse, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, gemixt in einem Ton religiöser Entgeistigung verschärft durch das hohe Alter....phew!
Da ist es wirklich gut nicht dabei gewesen zu sein.
mokieren sich darüber, daß die Habsburger lang gebraucht haben, bis sie endlich jemanden gefunden haben, den sie als geheilt präsentieren können und dieses Wunder dem Karl "unterschieben". Und es wurde auch über den Preis diskutiert, den die Habsburger an den Vatikan dafür gezahlt haben müssen. ..
aber auch die anderen Habsburger sind nicht zu verachten, gehts mal ins Museum, der Phänotypus der inzüchtigen Gf.... schaut natürlich immer gleich aus, egal aus welchem Jhdt., es ist nur verständlich, dass man wenigstens einen mit einer Seligsprechung irgendwie herausheben möchte.
Übrigens hab ich da eine Warze am Rücken; damit werd ich mal zu Otto gehen ;)
da hams ein paar Alt-Habsburgerbildeln (vor der lothringischen Verdünnung) an der Wand. DIESE Unterlippe!
Und zwei Tisch weiter sitzt einer, der hat dem am Bilde Dargestellten wie ausm Gesicht grissen ausgschaut. Mir war richtig unheimlich.
ein bisserl webspace wird sich auch noch auftreiben lassen:
ich beabsichtige eine T-mobile-BUNDESGEBETSLIGA ins leben zu rufen, mit dem erklärten ziel der heiligsprechung von hansi k..
dies beabsichtigt die t-mobile-bundesgebetsliga über folgendes wunder zu erreichen: österreich wird 2006 fussballweltmeister (und wenn das nicht gelingt muss er eben einen wadenkrampf sachgerecht behandeln, das dürfte im notfall auch noch genügen).
aber mein vertrauen in den heiligen hansi v. österreich und happelstadion ist bereits jetzt so gross, dass ich eigentlich nicht am wm-gewinn zweifle!
eintritte in die T-Mobile-Bundesgebetsliga bitte einfach unter antworten posten.
heiligmässiger gruss
Sollt'ma den Schuessel nicht sofort selig sprechen.
Wieso soll"ma erst 50 Jahren warten!
Das Wunder ...??!!
Das er es geschaft hat in der kuerzesten Zeit (was sind schon paar Jahre) seiner Regentschaft, dem Land durch seine Privatisierungsverbrechen so zu schaden!
berichtete die raketa.at bereits im dezember 2002.
http://raketa.at/raketa.php?id=936
.. san oba wirklich net auch nur in irgendeiner weise "meine" "führer" ...
bei sowas brauchts immer zwei, die die "führen" und die die sich "führen lassen" ... wer weiss, vielleicht wär der österreicher aus braunau als verschrobener einzelgänger in einem münchner park gelandet, versoffen sich mit postkartenmalerei durch das leben schlagend ...
... schauen sie sich seine selige hoheit an ! meine damen und herren, aus dem reich der toten heraus erscheint ihnen eine gaswolke und heilt, oh welch wunder, die krampfadern einer nonne in brasilien. haleluja ! herrrreinspaziert, nur 50 cent ...
dass unter kaiser karl tausende junge männer wegen desertion vom heer hingerichtet wurden. die mord-rate an den jungen männern, die versuchten dem tod im schlachtfeld durch flucht zu entkommen, war extrem hoch. von schnellgerichten verurteilt, an die wand gestellt oder aufgehängt.
das wird auch gerne vergessen. an den händen von dem "seligen" klebt sehr viel blut.
... ein Kriegsverbrechen gegen die Haager Landkriegsordnung von 1907, lassen auch bei mir die Krampfadern schwellen, und zwar jene eines biblischen Zornes auf der Stirn.
Vielleicht sollte man da doch mit weltlicher Artillerie (Marschflugkörper o. ä.) lieber den ganzen Vatikan kanonisieren!
"Zerstört das alte Gebäude des Betrugs, zerschmettert das Ungeheuer des Aberglaubens!" (Voltaire) und
"Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte..."
Dr. Heinz Anderle, enragierter Freigeist
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.