Bundespräsident Fischer hofft auf Lösung "ohne Druck von außen"

26. September 2004, 19:20
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Tiroler Landeshauptmann habe "sehr konstruktiven Beitrag" geleistet

Innsbruck - In der Asyl-Debatte gibt sich Bundespräsident Heinz Fischer zurückhaltend. Er hoffe, dass es den Landeshauptleuten gelingen werde, "ohne Druck oder Hinweise von außen" hinsichtlich der Aufnahme von Asylwerbern zu einer Lösung zu kommen, sagte Fischer bei seinem ersten offiziellen Besuch in Tirol am späten Freitagnachmittag.

Der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa (V) habe in der Asyl-Frage einen "sehr konstruktiven Beitrag" geleistet, erklärte der Bundespräsident bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Landeschef. Dieser habe sich dafür eingesetzt, für die unterschiedlichen Standpunkte zwischen dem Bund und den Ländern eine Lösung zu finden und sich gleichzeitig bemüht, dass die Flüchtlinge nicht die Leidtragenden seien.

"Das Thema Asyl ist seit meiner Jugend etwas, was ich ich mit besonderer Sensibilität beobachte", meinte Fischer. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass er einst im Lager Traiskirchen gearbeitet habe.

Van Staa für konstruktive Lösung

Van Staa betonte, dass er sich bei der nächsten Landeshauptleute-Konferenz weiter für eine konstruktive Lösung einsetzten werde. Er zeigte sich darüber hinaus überzeugt, dass der Bundespräsident nicht nur für Österreich, sondern vor allem auch außenpolitisch "sehr viel bewirken" werde. Nach Ansicht des Landeshauptmannes wird es Fischer gelingen, das "Ansehen Österreichs und seine Stärken" zur Geltung zu bringen. Dies stärke auch die Solidarität der Bevölkerung.

Fischer war vor der Pressekonferenz am Platz vor dem Innsbrucker Landhaus ein so genannter Landesüblicher Empfang bereitet worden. Zu Ehren des Bundespräsidenten war die Schützenkompanie Axams angetreten. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang, an dem auch die Bevölkerung regen Anteil genommen hatte, von der Musikkapelle Axams. Gereicht wurde dem Staatsoberhaupt dort freilich auch das traditionelle Stamperl Schnaps.

Im Anschluss daran hatte es eine Unterredung mit den Mitgliedern der Landesregierung gegeben. Nach der Pressekonferenz folgte unter anderem noch ein Empfang mit den wichtigsten Vertretern der Tiroler Behörden. Den Schlusspunkt des Tirol-Besuches von Fischer, der an der Universität Innsbruck habilitiert und Vorlesungen gehalten hatte, bildete schließlich die Teilnahme an einer Benefizveranstaltung in Imst. (APA)

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