Schlaf dient der Problemlösung

1. Oktober 2004, 12:22
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Die wesentliche Funktion des "kleinen Todes" ist Gedächtnisbildung - neuer Content wird mit Inhalten des Langzeit­gedächtnisses verknüpft

Freiburg - Schlafen dient nicht nur der Erholung, sondern ist auch notwendig für erfolgreiches Lernen. "Neuere Forschungen zeigen, dass eine wesentliche Funktion des Schlafs in der Gedächtnisbildung liegt", so der Schlafmediziner und Neuroendokrinologe Jan Born.

Frisch Gelerntes könne nur dann langzeitig abgespeichert werden, wenn es sich im Schlaf verfestige. Dabei würden die neuen Informationen mit bereits bestehenden Lerninhalten des Langzeitgedächtnisses verknüpft.

"Auch für die Lösung von Problemen oder komplexen Aufgaben ist der Schlaf sehr wichtig", sagte Born. Forschungen hätten gezeigt, dass Studenten, die nach einer ersten Beschäftigung mit einem Problem schliefen, dieses anschließend schneller lösten als ohne Schlaf. Für das Ordnen und Verknüpfen der Informationen sei der tiefe, traumlose Deltaschlaf von besonderer Bedeutung.

Tagung "Schlaf und Gehirn"

Born sprach im Rahmen der 12. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Rund 800 Schlafforscher und - mediziner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich diskutieren dabei noch bis Samstag (25. September) neueste Erkenntnisse rund um das Kongressmotto "Schlaf und Gehirn". Ziel der DGSM ist, die Aus- und Weiterbildung in der Schlafmedizin zu etablieren. Momentan gibt es in Deutschland rund 300 Schlaflabore, die von der DGSM anerkannt sind. Sie dienen der Untersuchung verschiedener Schlafstörungen. (APA)

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    derstandard.at
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