Post-Teilverkauf liegt weiter auf Eis

24. September 2004, 18:53
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Staatsholding-Vorstand verlangt "Interpretation des Regierungsauftrags"

Wien - Die Staatsholding ÖIAG, 100-Prozent-Eigentümer der Österreichischen Post AG, hat am Freitag bekräftigt, dass für die österreichische Post in der laufenden Legislaturperiode die Hereinnahme eines strategischen Partners "nicht aktuell" sei. Sehr wohl müssten aber "in einzelnen Geschäftsbereichen Kooperationen" überlegt werden, sagte ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Derartige Joint Ventures oder "punktuelle" Kooperationen auf Vertragsbasis seien "eine Teilantwort" auf den Privatisierungsauftrag an die ÖIAG, der bis Ende 2006 "die Suche eines strategischen Partners als ersten Schritt einer Privatisierung" vorsieht.

"Mechanismen arbeiten gegen uns"

Die ÖIAG sei mit der von der Post bis 2006 in Aussicht gestellten EBIT-Marge (5 Prozent, Anm.) zufrieden, sagte Michaelis. Man dürfe freilich nicht vergessen, dass es in etlichen Bereichen der Post "eine Reihe von Mechanismen gibt, die gegen uns arbeiten", so der ÖIAG-Vorstand, der beispielsweise die Substitution von Briefen durch E-Mail, die Öffnung der Hausbriefkästen und die weitere Liberalisierung der Postdienste durch die EU nannte.

Wais: "Frage des richtigen Zeitpunkts"

Post-Chef Anton Wais hatte deshalb im Gegensatz zu seinem Eigentümer erst am Mittwoch einen Teilverkauf seines Unternehmens nicht dezidiert ausschließen wollen. Zwar bestätigte Wais, dass die Post das vorgegebene Ziel von fünf Prozent Rendite und die Ziele bei der Südosteuropa-Expansion auch alleine erreichen könne. Mit Blick auf die laufenden Post-Privatisierungen in Belgien und Dänemark betonte er aber zuletzt: "Wenn das in Mode kommt, muss man vorsichtig sein, nicht der Letzte zu sein." "Aus Sicht eines Verkäufers" müsse man sich die Frage stellen, "wann der richtige Zeitpunkt ist", um den meisten Erlös zu erzielen.

Interesse an der österreichischen Post hat zuletzt vor allem die Deutsche Post gezeigt. Sie wird auch in Dänemark und Belgien als möglicher Käufer gehandelt. (APA)

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