Elf Krebsfälle bei Salzburger Polizei: Wachstube gesperrt

24. September 2004, 19:25
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Vier Beamte sind bereits gestorben - Räumlichkeiten sind mit Schwermetallen belastet

Salzburg - Innenminister Ernst Strasser (V) hat nach elf Krebsfällen bei der Salzburger Polizei am Freitag die vorübergehende Sperre des Wachzimmers Bahnhof angeordnet.

Schwermetalle

Messungen haben ergeben, dass der Staub in den Räumlichkeiten mit Schwermetallen belastet ist. Eine Überschreitung des Schwermetalls Kadmium wurde festgestellt. Eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe aber nicht, die Schließung sei nur erfolgt, damit neuerliche Untersuchungen ohne Zeitdruck erfolgen können, betonte Salzburgs Polizeidirektor Gottfried Mayr.

Jüngster erkrankter Beamter war erst 27 Jahre

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind laut Mayr insgesamt elf Beamte, die allesamt im Bahnhofs-Wachzimmer Dienst versehen oder versehen haben, an Krebs erkrankt. Vier Polizisten sind inzwischen verstorben. Der letzte Todesfall liegt rund zwei Monate zurück. "Das jüngste Krebsopfer war erst 27 Jahre alt", so Polizeigewerkschafter Günther Nemetz. Die Beamten sind allerdings an unterschiedlichen Krebsarten gestorben. Sie befanden sich in einem Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

Keine Häufungen von Krebserkrankungen bei der ÖBB

Das Wachzimmer liegt am Bahnsteig, dort, wo sich rund hundert ÖBB-Beamte aufhalten und sich auch zahlreiche Büros befinden. Zuvor war die Dienststelle in der Schalterhalle angesiedelt, hier ergaben die Messungen Grenzwert-Überschreitungen bei Arsen und Chrom. Bei den ÖBB seien keine Häufungen von Krebserkrankungen festgestellt worden, erklärte Pressesprecher Johannes Gfrerer.(APA)

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