Schuh-Ski-Haus erst kürzlich zum Verkauf ausgeschrieben

26. September 2004, 20:22
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Die Sporthandels-Legende auf der "Copa Cagrana" gehörte zur Konkursmasse des traditionsreichen Familienunternehmens

Wien - Nur wenige Wochen, nachdem bekannt wurde, dass das Schuh-Ski-Haus zum Verkauf steht, ist es in der Nacht auf Freitag, ausgebrannt.

Nach dem Konkurs des bekannten Wiener Sportartikelhändlers im Jänner 1999 fiel das Gebäude auf der "Copa Cagrana" in die Masse und hätte demnächst im Rahmen eines Bieterverfahrens beim Handelsgericht Wien verkauft werden sollen.

Als Mindestgebot wurde vom Gericht ein Preis von 1,877 Mio. Euro festgesetzt, der Wert wurde auf bis zu 2,37 Mio. Euro geschätzt. Das Bieterverfahren hatte im August begonnen und läuft bis Dezember, die nächste Bietertagsatzung wäre am 20. Oktober gewesen.

Probleme mit Nachbarbesitzer

Der Standort auf der "Copa Cagrana" ist nach dem Konkurs des Sporthandelsunternehmens von der Schuh Ski Nachfolgegesellschaft weitergeführt worden. In den vergangenen Jahren war Schuh Ski immer wieder wegen der Auseinandersetzungen um Auto-Abschleppungen durch den benachbarten Parkplatzbetreiber in die Schlagzeilen gekommen. Dieser hatte bereits die angrenzenden Parkplätze aus der Schuh-Ski-Konkursmasse erworben und mit wiederholten Abschleppaktionen, die Kunden verärgert.Der Streit endete mit einem Höchstgerichtsurteil, das klar stellte, dass die Sofort-Abschlepp-Aktionen von Apcoa zu weit gegangen sind. Trotzdem wurde im März 2002 die Geschäftstätigkeit eingestellt.

Versicherungsdeckung wird geprüft

Das Schuh-Ski-Haus war das letzte Aktivum der Konkursmasse. Mit dem Verkauf wäre der Konkurs abgeschlossen gewesen, so Christoph Vavrik vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) zur APA. Auch Interessenten hätte es gegeben. Jetzt müsse man prüfen, ob eine entsprechende Versicherungsdeckung bestehe.

Familienunternehmen

Der Wiener Sporthändler Schuh-Ski blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde die Schuh Gesellschaft m.b.H. 1892 in Wien Ottakring als Wagnerei und Skierzeuger.

In die Krise schlitterte das Familienunternehmen 1997 mit der Finanzierung des neu eröffneten Ottakringer Standortes Schuh Ski-Tower. Der damals versuchte Ausgleich scheiterte, da kein finanzkräftiger Partner gefunden werden konnte und die erhofften Umsätze ausblieben. 1999 musste das Unternehmen Konkurs anmelden. Bis zur Insolvenz betrieb Schuh-Ski mit knapp 90 Beschäftigten die zwei großen Standorte sowie vier kleinere Geschäfte in der Ottakringer Straße und eine Tennishalle im 22. Bezirk.

Im April 2001 übernahm die oberösterreichische Sporthandelsfirma Outdoor the Sports Company 90 Prozent der Anteile an der Nachfolgegesellschaft. (APA)

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