Stammzellen als Herzschrittmacher

1. Oktober 2004, 12:22
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Infek­tionsrisiken der elek­tronischen Schritt­macher könnten mit der Herstellung aus biolo­gischem Material vermieden werden

Heidelberg - Biologische Herzschrittmacher aus Stammzellen sollen in einigen Jahren eine Alternative zu elektronischen Schrittmachern bieten. Heidelberger Mediziner erforschen derzeit verschiedene Möglichkeiten, einen solchen Schrittmacher zu entwickeln. In etwa vier Jahren könnten nach ihrer Einschätzung klinische Studien mit dem Verfahren anlaufen.

Elektronische Schrittmacher werden zwar seit Jahren erfolgreich angewandt, haben aber etliche Nachteile: So ist das Einsetzen unter das Schlüsselbein mit einem Blutungs- und Infektionsrisiko verbunden, die Batterien der Geräte müssen regelmäßig ausgetauscht werden, die Patienten müssen sich regelmäßig untersuchen lassen und sollten elektrische und magnetische Felder meiden.

Als Alternative dazu wollen die Heidelberger Forscher aus Stammzellen biologische Schrittmacher entwickeln. Dafür sehen die Wissenschafter zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Entweder implantieren sie die Stammzellen über einen Herzkatheter direkt ins kranke Herz, wo die Zellen zu Herzmuskelzellen reifen und den Herzschlag-Impuls erzeugen. Oder sie züchten aus den Stammzellen im Labor die Herzmuskelzellen, ernten die fertigen Herzzellen und bringen diese dann in das kranke Herz ein. (APA)

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    derstandard.at
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