China: "New York Times"-Mitarbeiter festgenommen

25. September 2004, 10:56
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Behörden werfen Menschenrechtlsaktivisten Geheimnisverrat vor

Peking - Unter dem Vorwurf des Verrats von Staatsgeheimnissen haben die chinesischen Behörden einen einheimischen Menschenrechtsaktivisten und Journalisten festgenommen, der als Recherchehelfer für die "New York Times" arbeitet. Es sei zunächst unklar, ob gegen den Festgenommenen Zhao Yan formal Anklage erhoben werde, sagte sein Anwalt Mo Shaoping am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Vorwurf laute auf "illegalen Verrat von Staatsgeheimnissen an das Ausland".

Nach Angaben des Anwalts war zunächst unklar, ob Zhaos Festnahme mit einem Bericht der "New York Times" zu tun hat, die vergangene Woche mehrere Tage vor der offiziellen Bekanntgabe den Rückzug des früheren Staatschefs Jiang Zemin vom Posten des Armeechefs gemeldet hatte. Derartige Personalentscheidungen werden von der Kommunistischen Partei Chinas als Staatsgeheimnis gewertet. Das Korrespondentenbüro der "New York Times" in Peking wollte zu der Festnahme nicht offiziell Stellung nehmen. Aus dem Umfeld verlautete aber, Zhao sei nicht die Quelle für den Bericht über Jiangs Rücktritt gewesen. (APA)

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