Nach Hundebiss in Marokko: Steirer an Tollwut gestorben

26. September 2004, 19:13
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Viren hatten das Gehirn des Patienten bereits geschädigt - bei ebenfalls gebissener Freundin noch keine Symptome der Erkrankung

Graz - Jener 23 Jahre alte Steirer, der sich in Marokko durch einen Hundebiss mit Tollwut infiziert hatte, ist am Donnerstag im Grazer LKH gestorben.

Die Viren hatten das Gehirn des Patienten zunehmend geschädigt und es sei zu einem Funktionsverlust des zentralen Nervensystems gekommen. Es handelt sich um den ersten Tollwutfall in Österreich seit 1979.

Freundin noch ohne Symptome

Die 21-jährige Freundin des jungen Mannes, die ebenfalls vom Hund gebissen worden war, zeigte bisher keine Symptome der Tollwuterkrankung. Da der Ausbruch der Krankheit auch nach Wochen erfolgen kann, wird sie aber weiterhin medizinisch überwacht und erhält psychotherapeutische Unterstützung.

Nach Welpenbiss selbst versorgt

Der 23-jährige aus Judendorf-Straßengel (Bezirk Graz-Umgebung) und seine 21 Jahre alte Freundin sind Anfang August bei einem Abenteuerurlaub in Marokko am Strand von einem streunenden Welpen gebissen worden. Nachdem die beiden zuerst ihre Wunden selbst versorgt hatten, kam der Bursche Ende August mit schweren Anzeichen der Infektionskrankheit ins Spital in der spanischen Enklave Ceuta. Nach einer Spendenaktion wurde die Verlegung nach Österreich durchgeführt.

Viren setzten sich im Hirnstamm fest

Eine Woche später wurde dann der Tollwutverdacht bei dem 23-Jährigen durch die positiven Laborergebnisse bestätigt. Der Steirer befand sich laut LKH Graz die ganze Zeit in künstlichem Tiefschlaf. Das durch die Tollwutviren infizierte Gehirn wurde zunehmend geschädigt und es kam zu einem Rückgang aller Reflexe sowie zu einem Funktionsverlust des zentralen Nervensystems. Betroffen war dabei vorwiegend der Gehirnstamm, wo lebensnotwendige Regulationszentren für Atmung und Kreislauf lokalisiert sind.(APA)

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