Otto Oberhammer wird 70

24. September 2004, 19:51
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ORF-Generalintendant blieb auch nach Pensionierung im Jahr 1999 dem Medien- und Justizbereich treu

Kennern der österreichischen Justiz gilt er als "graue Eminenz" des Justizministeriums, der Medienbranche ist er als ehemaliger ORF-Generalintendant ein Begriff: Otto Oberhammer, langjähriger Chef der Präsidialsektion im Justizministerium, wird am kommenden Samstag 70 Jahre alt. Beiden Bereichen ist er auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1999 treu geblieben.

Vorsitzender der Presseförderungskommission

Oberhammer war lange Jahre Vorsitzender der Presseförderungskommission und nimmt diese Funktion auch seit der Reform der Presseförderung wieder wahr. Im Justizsektor war er zuletzt unter anderem Juryvorsitzender bei einer Art Ideenwettbewerb für Verfahrensverkürzung.

Otto Oberhammer wurde am 25. September 1934 in Innsbruck geboren und schlug nach dem Jus-Studium in seiner Heimatstadt die Richterlaufbahn ein. Schon 1963 wurde er ins Justizministerium einberufen. Obwohl zunächst nur für ein halbes Jahr geplant, blieb er schließlich (mit der vierjährigen Unterbrechung als ORF-Generalintendant) ganz im Ministerium. In der Verwaltungs- und Personalsektion wurde er im April 1970 einer der jüngsten Abteilungsleiter.

Nachfolger von Gerd Bacher

Öffentliche Bekanntheit erlangte Oberhammer, der keiner Partei angehört, als er im Herbst 1974 im Zuge des von Bruno Kreisky forcierten neuen Rundfunk-Gesetzes als Nachfolger von Gerd Bacher zum Generalintendanten des Öffentlich-Rechtlichen gewählt wurde. Während seiner Amtszeit wurden u.a. die "Zeit im Bild 2" und der "Club 2" eingeführt. 1978 wurde er nicht wiederbestellt - Gerd Bacher löste ihn ab.

Im Justizministerium freute man sich über Oberhammers Rückkehr. Sein Aufstieg setze sich fort, indem er mit 1. Jänner 1980 vom damaligen Minister Christian Broda zum Leiter der neuen Präsidialsektion bestellt wurde. Unter dem Motto "Besserer Zugang zum Recht" prägte Oberhammer dort in 20 Jahren ganz wesentlich das heutige Bild einer "modernen Justiz" - mit zahlreichen Neuerungen u.a. im Personalauswahlverfahren, in Aus- und Fortbildung, der Personalsenatsreform, der Entwicklung von Leistungskennzahlen, einer modernen Innenrevision bis hin zum Einsatz moderner Informationstechnik. Auch in der Gesetzesarbeit hat Oberhammer vielen Reformen seinen Stempel aufgedrückt. (APA)

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