BAR dominierte freies Training in Shanghai

7. Oktober 2004, 16:34
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Testfahrer Davidson Schnellster vor Button - Weltmeister Schumacher Achter - Villeneuve bei Comeback 15. - Christian Klien 20.

Shanghai - Nicht Ferrari, sondern BAR-Honda hat am Freitag das erste Training auf der neuen Formel-1-Strecke in Shanghai dominiert. Der britische Testfahrer Anthony Davidson markierte am Freitag mit 1:33,289 Minuten vor seinem Landsmann und Teamkollegen Jenson Button (1:34,174) überlegene Bestzeit für den Grand Prix von China am Sonntag (Start: 08:00 MESZ/live ORF 1, RTL und Premiere), zu dem 150.000 Zuschauer erwartet werden. Dahinter folgten die McLaren-Mercedes von Kimi Räikkönen aus Finnland (+1:34,289) sowie des Schotten David Coulthard (+1:34,362).

Schumacher nur Achter

Der designierte Vizeweltmeister Rubens Barrichello (1:34,448) aus Brasilien wurde Fünfter, während sein bereits als Champion feststehender Ferrari-Teamkollege Michael Schumacher nach dem ersten Abtasten auf dem 5,451 km langen und 325 Millionen Dollar (264 Mio. Euro) teuren Kurs im Fernen Osten mit 1,487 Sekunden Rückstand auf Davidson unmittelbar hinter seinem wieder genesenen Bruder Ralf Schumacher im Williams-BMW (1:34,714) mit Platz acht vorlieb nehmen musste. Der Vorarlberger Christian Klien (1:37,111) verlor fast vier Sekunden auf die Tagesbestzeit und kam damit nicht über Rang 20 hinaus, allerdings war der 21-Jährige mit viel Benzin unterwegs.

"Ich habe heute vor allem Reifen getestet und für die Rennabstimmung gearbeitet, während mein Teamkollege Mark Webber im Hinblick aufs Qualifying mit weniger Sprit unterwegs war. Die Freitagzeiten haben daher nur sehr wenig Aussagekraft", erklärte der Hohenemser nach den ersten beiden Trainingssessions für den 16. der insgesamt 18 Saisonläufe. Webber (1:35,886), der in der kommenden Saison für Williams-BMW Gas geben wird, lag als 16. zwar klar vor dem Österreicher, war aber knapp langsamer als der Frankokanadier Jacques Villeneuve bei seinem Comeback im Renault (15./1:35,851).

Klien: "Das ist eine super Strecke"

Von der ultramodernen Strecke in der mehr als 17 Millionen Einwohner zählenden Metropole zeigte sich Klien begeistert: "Es macht sehr viel Spaß, hier zu fahren. Das ist eine super Strecke, eine gute Mischung aus schnellen und langsamen Passagen, die mir sehr gut gefällt, auch wenn die Abstimmung dadurch schwieriger wird. Bei der Boxeneinfahrt muss man noch besonders aufpassen, da ist es noch sehr rutschig und wird's wohl noch lustig werden. Aber sonst hat der Kurs für eine neue Strecke erstaunlich viel Grip."

Auch Ralf Schumacher, der nach seinem schweren Unfall am 20. Juni im US-GP in Indianapolis sein WM-Comeback gibt, bezeichnete die Strecke als "sehr gelungen", nachdem bei ihm am Freitag "alles planmäßig" gelaufen war. Alles andere als nach Plan verläuft es dagegen derzeit abseits der Strecke in der Königsklasse des Motorsports, da ja bekanntlich das Jaguar-Team und die ebenfalls zum Ford-Konzern gehörende Motorenschmiede Cosworth, die heuer die finanzschwachen Privat-Rennställe Jordan und Minardi mit Aggregaten beliefert, noch verkauft werden müssen, damit auch 2005 eine WM mit zehn Teams in Szene gehen kann.

Mosley gegen drei Autos pro Team

"Die Situation ist ernst", betonte FIA-Präsident Max Mosley am Rande des Trainings in Shanghai und hält nichts vom Vorschlag von F1-Boss Bernie Ecclestone, dass Topteams wie Ferrari, Williams oder McLaren in der kommenden Saison mit drei Autos fahren sollen. Auf diese Weise kann dann das Concorde-Agreement, in dem vertraglich festgesetzt ist, dass zumindest 20 Autos an der WM teilnehmen müssen, erfüllt werden, falls ein oder mehr Rennställe der aktuellen Krise zum Opfer fallen sollten. "Die Formel 1 braucht Teams wie Jordan und Minardi", sagte Mosley. "Außerdem sind drei Autos pro Team keine langfristige Lösung für unser Problem." (APA)

Ergebnisse vom Freien Freitag-Training für den Formel-1-Grand-Prix von China am Sonntag in Shanghai (Start: 08:00 MESZ live in ORF 1, RTL und Premiere):

  1. Anthony Davidson (GBR) BAR-Honda           1:33,289 
                                 (Schnitt: 210,353 km/h)
  2. Jenson Button (GBR) BAR-Honda              1:34,174
  3. Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes      1:34,289
  4. David Coulthard (GBR) McLaren-Mercedes     1:34,362
  5. Rubens Barrichello (BRA) Ferrari           1:34,448
  6. Giancarlo Fisichella (ITA) Sauber-Petronas 1:34,680
  7. Ralf Schumacher (GER) Williams-BMW         1:34,714
  8. Michael Schumacher (GER) Ferrari           1:34,776
  9. Ricardo Zonta (BRA) Toyota                 1:34,868
 10. Olivier Panis (FRA) Toyota                 1:34,870
     weiter:
 13. Fernando Alonso (ESP) Renault              1:35,514
 14. Juan Pablo Montoya (COL) Williams-BMW      1:35,646
 15. Jacques Villeneuve (CAN) Renault           1:35,851
 16. Mark Webber (AUS) Jaguar-Cosworth          1:35,886
 20. Christian Klien (AUT) Jaguar-Cosworth      1:37,111
  • BAR flott unterwegs.

    BAR flott unterwegs.

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