Barroso: "Wichtig für den Frieden"

26. September 2004, 20:35
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Kommissionspräsident erfreut über Ende des Streits - Dänischer Premier zurückhaltend

Kopenhagen - Der künftige EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat die Beilegung des Streits mit der Türkei über die Voraussetzungen für einen EU-Beitritt begrüßt. Er sei sich "absolut sicher", dass der für 6. Oktober erwartete Fortschrittsbericht der EU-Kommission über den Stand der Reformen in der Türkei "objektiv, ausgeglichen und gerecht" sein werde, sagte Barroso am Donnerstag in Kopenhagen nach einem Treffen mit dem dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen.

"Wichtig für den Frieden"

Barroso sprach sich aus strategischen Gründen für einen EU-Beitritt der Türkei aus, der "wichtig für den Frieden in Europa" sei. Auch wäre dies ein "sehr positives Signal" an die islamische Welt, dass ein Land nicht wegen seiner Religion benachteiligt werde.

Rasmussen äußerte sich zurückhaltend über die Beitrittsperspektiven für die Türkei. Vor einem Beitritt müsse Ankara noch eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllen. Es gehe nicht nur darum, Reformen im Parlament zu verabschieden, diese müssten auch praktisch umgesetzt werden. Es sei noch zu früh zu sagen, ob die Türkei eines Tages Mitglied der EU sein werde.

Hindernisse

EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen hatte dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen in Brüssel bescheinigt, es gebe keine Hindernisse mehr für EU-Beitrittsverhandlungen. Erdogan versicherte im Gegenzug, seine Regierung bleibe fest auf Reformkurs. Die Aussetzung des für einen EU-Beitritt der Türkei wichtigen Reformprozesses hatte zuletzt für Unmut in Brüssel gesorgt. Der Fortschrittsbericht wird im Dezember Grundlage für die Entscheidung des EU-Gipfels über die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit Ankara sein. (APA/AFP)

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