Pakistan will keine Truppen entsenden

25. September 2004, 11:44
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Präsident Musharraf wies Bitten der Übergangsregierung und der USA zurück

New York - Pakistan hat es abgelehnt, Truppen zur Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in den Irak zu entsenden. Es wies damit Bitten der irakischen Übergangsregierung und der USA zurück. Auch die Vereinten Nationen (UN) hatten Diplomaten zufolge Pakistan um Hilfe beim Schutz von UN-Mitarbeitern in dem Golfstaat gebeten.

Die pakistanischen Soldaten wollten nicht als Besatzungstruppen im Irak angesehen werden, sagte Präsident Pervez Musharraf am Donnerstag am Rande der UNO-Generalversammlung in New York. "Daher wäre eine Entsendung dorthin absolut kontraproduktiv." Vielmehr sollte es den Irakern ermöglicht werden, selbst für die Sicherheit zu sorgen. Iraks Ministerpräsident Iyad Allawi hatte Pakistan am Dienstag aufgefordert, Truppen zur Unterstützung der US-Streitkräfte zu entsenden, die seit Monaten gegen Rebellen im Irak kämpfen.

"Truppenentsendung nicht förderlich"

Eine Truppenentsendung sei zudem nicht förderlich für die innenpolitische Situation in Pakistan, sagte Musharraf. Mit ihrer Unterstützung des US-geführten Kampfes gegen den internationalen Terrorismus ist die pakistanische Regierung zunehmend ins Visier von Moslemextremisten geraten. So entging Musharraf im vergangenen Dezember nur knapp zwei Attentaten.

Angesichts der Vorbereitungen auf die für Jänner geplanten Wahlen im Irak "sollten die Iraker selbst die Sicherheitskräfte stellen", sagte Musharraf. Dies sei die beste Möglichkeit für die USA und Großbritannien, die Verantwortung für die Sicherheit im Irak allmählich an einheimische Sicherheitskräfte abzugeben und nach der Wahl einer neuen irakischen Regierung eine Strategie für einen Abzug aus dem Land auszuarbeiten. Musharraf betonte zudem, dass sich bislang kein moslemisches Land dazu bereit erklärt hat, Truppen für die von den USA geführten Streitkräfte im Irak zu stellen. (APA/Reuters)

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