Kaum Interesse an Innenpolitik

von Redaktion  |  26. September 2004, 17:12
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    Wahlplakate beim "Entsorgen".

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Politikverdrossenheit unter Österreichern steigt - Nur zehn Prozent sind gedanklich der Politik "sehr nahe" - Mit Infografik und Kommentar

Linz - Unter den ÖsterreicherInnen macht sich Politikverdrossenheit breit. Nur zehn Prozent der Bevölkerung haben nach eigener Auskunft ein "sehr starkes" Interesse am aktuellen innenpolitischen Geschehen. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.

IMAS führte im August und September persönliche Interviews mit 1.303 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen durch. Dabei gab nur jede/r Zehnte an, dass er/sie seine sehr starke Neugier am aktuellen politischen Geschehen hat, weitere 28 Prozent bezeichneten ihr Interesse als "ziemlich stark". Dem steht eine 62 Prozent starke Mehrheit von Personen gegenüber, die ein bestenfalls geringes Interesse an der Politik besitzen. Darunter befinden sich 22 Prozent, sie sich mit aktuellen Problemen gar nicht auseinander setzen.

Charakteristische Unterschiede

Die gedankliche Beschäftigung mit der Innenpolitik weist bei näherer Betrachtung laut IMAS charakteristische Unterschiede auf: Eine besonders wache Neugier haben demnach Führungskräfte, Maturanten und Akademiker, Personen ab dem 50. Lebensjahr, Bewohner der Bundeshauptstadt Wien und Männer. Je höher jemand im sozialen Gefüge angesiedelt sei, je gebildeter und älter, umso größer sei die Wahrscheinlichkeit einer gedanklichen Nähe zur Politik, so das Institut. Innerhalb der Parteianhängerschaften sind es vor allem Sympathisanten von Grünen und Freiheitlichen, die sich in überdurchschnittlicher Zahl der politischen Diskussion zuwenden. Am wenigsten tun es politisch Unentschiedene und Undeklarierte.

Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für politische Vorgänge bleibt keineswegs konstant. Das mit Abstand stärkste Interesse registrierte IMAS zu Beginn des Jahres 2000. Damals kam es zu einem Wechsel von der rot-schwarzen zu einer schwarz-blauen Koalition, der schließlich zu den EU-Sanktionen gegen Österreich führte. Im Jänner und Februar 2000 beschäftigten sich 56 Prozent der Erwachsenen sehr bzw. ziemlich stark mit dem innenpolitischen Geschehen. Im April begann die "politische Erregung" abzuklingen, bis Jahresende sank sie auf 35 Prozent.

Krisensymptome

Die mit wirtschaftlichen Krisensymptomen behafteten vergangenen beiden Jahre haben - verbunden mit dramatischen Begleitumständen in der Welt und einem turbulenten Geschehen in Österreich selbst - wieder eine etwas erhöhte Aufmerksamkeit bewirkt. (APA)

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Christof Weiss
26.09.2004 00:21
Sprichwort

Vielleicht liegts daran, dass viele das Sprichwort für wahr halten:
Menschen mit Drang zur Politik wollen etwas bewegen.
Meistens viel Geld, und zwar in Richtung ihrer eigenen Person.

F*** the ÖVP 
25.09.2004 11:58
Des is ma wurscht

Weil i les eh nur den Sportteil

mr smoky
24.09.2004 22:14
stimmt die umfrage?

wenn ich mir die diskussion um den möglichen beitritt der türkei zur eu ansehe dann sind mehr als 10 % sehr an politik interessiert ...

mfg
smoky

Eine Kreatur
25.09.2004 23:22
jessas! ;-)

interesse an innenpolitik! bei aussenpolitik gehe ich allerdings von noch viel niedrigeren zahlen aus ...

das was sie ansprechen ist weniger politisches interesse sondern mehr "persönliche betroffenheit", weil sich manche leut halt "bedroht" fühlen .. dann beginnen sie sich auch zu "interessieren" .. an fakten nicht, sie wissen nur das sie entweder dafür (weil das ihr lieblingspolitiker und/oder der "stammtisch" gesagt hat) oder dagegen (weil das ihr lieblingspolitiker und/oder der "stammtisch" gesagt hat) sind ...

98% der österreicherInnen verwechseln politisches interesse mit schlagzeilen in massenmedien ;-)

mr smoky
26.09.2004 13:50

kurz zur definition von innenpolitik: umfasst gemeinde, land, staat und union ..

und die "persönliche betroffenheit" ist eben das was menschen dazu bewegt politik zu machen bzw. daran interessiert zu sein

ohne persönliches interesse gibt es keine demokratische politik, weder innen noch aussen, sondern nur diskussionsklubs auf hohem niveau ;)

dass die politische meinungsfindung leider nicht (immer) dem ideal entspricht will ich sicher nicht abstreiten - aber das ist österreich (über andere länder schweige ich nur weil es sich bei der studie um österreich geht)

aber so schlimm ist ö auch nicht - in den letzten 100 jahren hat sich manches doch zum besseren entwickelt

mfg
smoky

Reinhold Loecker
24.09.2004 19:18
Wachet auf!

Gerade Politikverdrossenheit ist der Weg in die falsche Richtung: wenn man in einem Bus sitzt, dessen Fahrer ein Vollkoffer ist, dann ist es der falsche Weg, den Kopf einzuziehen und zu sagen: "Der Trottel soll machen was er will!" Gut, er macht was er will, weil ihm keiner ins Lenkrad greift um ihn auf den richtigen Kurs zu bringen, aber das Wohl ALLER hängt von ihm ab. Und gerade das ist ein Grund, aktiv zu werden.
Wenn wir uns die Politik unserer aktuellen "Regierung" ansehen, wie sie unser Volksvermögen verschleudert, unsere Pensionen den Abfangjägern opfert und unser Bildungswesen verhunzt, dann kann man dem Wahlvolk nur entgegenschreien: WACHT ENDLICH AUF UND WEHRT EUCH!

EffJottKaa 
24.09.2004 21:27
Vertreten Sie die Sekte mit dem Wachtturm?

widerstand aus hernals  
24.09.2004 21:36

Nein, ich kann mich dieser Meinung voll anschließen.
Ich erlebe Woche für Woche wie sich Jugendliche mit Politik auseinandersetzen und Diskutieren.
Und ich bin der Meinung, dass das auch nicht soo schlecht ist.
Passend dazu finde ich das Lied von den Ärzten. Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld wenn sie so bleibt.
Jeder und jede hat die Möglichkeit etwas zu verändern.Sich politisch zu interessieren und sich zu organisieren. Siehe auch politisches Lexikon des Widerstands aus Hernals:"Politik,die:Die möglichkeit die Gesellschaft in der wir leben zu verbessern,und gegen Diskreminierung,Armut und andere Grausamkeiten vorzugehen.Siehe auch www.sj-wien.at/hernals :-)

EffJottKaa 
24.09.2004 19:00
Wofür soll man sich denn noch interessieren?

Für Sommerloch-Themen? Für die bigotte Baggasch? Für Trittbrettfahrer? Für Politiker, die jetzt den Menschen finanzielle Zukunftssorgen aufbürden, die sie selbst nicht haben werden, weil sie ihre Gesinnung - falls sie jemals eine hatten - rechtzeitig verkauft und sich's wie Maden im Speck des Systems gerichtet haben? Für die aufgeblähten politischen Apparate, die zwar nichts mehr zu entscheiden aber dafür umso mehr Zeit für Machtspielchen haben? Oder etwa für Aufstiege in höchste Repräsentationsämter über die Betten diverser Politiker, wie neulich in Kärnten geschehen? Mich interessiert das alles nur mehr als Skandalon.
Wenn ich meine Stimme abgebe (im wörtlichsten Sinne), dann nur mehr gegen etwas.

widerstand aus hernals  
24.09.2004 21:38

Wie wärs mit selbst etwas zu tun und sich nicht nur alle 4 Jahre zu entscheiden wer die nächste Periode über uns bestimmt? Organisier dich, geh zu einer Partei, ändere etwas.
Viele Parteien haben eh wenig zulauf, wenn du und ein paar andere Freunde und Freundinnen dort hingehen und mitreden und somit auch mitbestimmen kanns doch nciht so schlecht sein.

Hugo derBoss
24.09.2004 18:47
wundert mich nicht

...das die Leute Politikverdrossen werden. Viele können sich mit keiner Partei richtig identifizieren. Ich finde es wäre an der Zeit, daß man die 4% Hürde, um in den Nationalrat einzuziehen endlich runtersetzt, damit auch mal neue Parteien eine Chance haben. Die jetztigen Parteien kotzen mich alle an, da denke ich mir auch, daß ich am liebsten garnicht wählen würde. Aber welche Partei würde einer runtersetzung dieser Hürde schon zustimmen, denn es ist ja sehr praktisch für sie neue Parteien draußen zu halten.

widerstand aus hernals  
24.09.2004 21:40

Sagen sie mir doch mit welche positionen sie sich den vertreten fühlen würden.

Boesar Tiger
24.09.2004 17:22
Rechenbeispiel

Die "is ma wurscht" Fraktion hat ausreichend Stimmen für eine Verfassungsänderung.

Jeder, der nicht wählt, macht meine Stimme wertvoller.

papp kamerad
24.09.2004 16:31

wen wunderts, nach strich und faden wird gelogen, verarscht, beschissen, ungeniert geld in die taschen gesteckt und dazu brav in die kamera gegrinst, von (fast) allen politiker/innen!

dafür hat man als bürger dann das "recht" alle vier jahre ein kreuzerl zu machen - dass sehr sehr viele darauf pfeifen darf aber gar niemanden der halbwegs bei sinnen ist, wundern.

widerstand aus hernals  
24.09.2004 21:40

ändere es , und werd selbst aktiv. Immer doch nur groß zu reden ist doch all zu leicht.

papp kamerad
25.09.2004 14:16

pfu, die aussage wird jetzt die herren und damen berufspolitkerr/innen aber sowas von beeindrucken...

Wachsender Widerstand
24.09.2004 16:30
Politik, blablablalbla

was regt ihr euch auf, wir werden alle 4 jahre zur wahl "gebeten" um diese diktatorischen strukturen, wie sie mancherorts anzutreffen sind, zu legalisieren.

man sieht es bei jeder wahl, durch die imensen parteiförderungen, die ja das volk zahlen darf, wird man so manipuliert von den medien,plakaten die an jeder ecke stehen, dass die mehrheit so wählt, dass kleinparteien keine chance haben.

tolle demokratie !

und nach der wahl geht das muntere spiel weiter,
ihr volk, wir 4 jahre chef, und damit basta !
egal welche farbe, es trieben alle parteien immer dasselbe spiel.

nur durch mehreinbindung der bevölkerung, kann sich das interesse erhöhen.
etwa mehr föderalismus, etc...

Mathias 
24.09.2004 15:27
Volksverarsche


Bei Schwarz-Rot Regierungen war die große Mehrheit vertreten, und nur eine kleine Minderheit (FPÖ, Grüne, LiF) waren in der Oposition, um Verfehlungen aufzudecken. Da aber die Medien in der Hand von Schwarz-Rot waren, und das Internet noch nicht der breiten Masse zugänglich, war das öffentliche Feedback nicht so umwerfend wie seit Schwarz-Blau.

Es kommt hinzu, dass jetzt SPÖ die Oposition "gestärkt" hat. Viele Medien sind stark "Rot" besetzt, nicht mehr in der Regierung vertreten und somit ein stärkeres Gegengewicht zur Regierung stellt ! Die breitere Nutzung des Internets tut sein übriges dazu ;-)

In Anbetracht der aktuellen Regierungsarbeit ist diese Schwarz-Rot Spaltung was gutes !

widerstand aus hernals  
24.09.2004 21:42

Bitte klären sie mich auf, welche Zeitungen und Medien, außer vielleicht den Wiener Bezirksmedien sind denn Rot???

owen breon2
24.09.2004 18:32
viele medien sind stark rot besetzt ? :))

welche ?

Edi Didger
24.09.2004 13:58
ist ja kein wunder,

bei DER politik die seit 2000 geführt wird! so eine offensichtliche verarsche dem volk gegenüber hält ja kein mensch aus (ausser die schwarz/blaue lobby).

mir gehts ebenso. war früher sehr an politik interessiert (fast schon ein hobby), aber bei diesem schmierenkomödiantentum seit der blau-schwarzen regierung bekomme ich bei jedem fs-interview nur mehr wutanfälle, so offensichtlich wird hier gelogen u. betrogen.
ist sicher der untergang einer früher einmal halbwegs funktionierenden polit-kultur in österreich.

Der große Mann
24.09.2004 13:43

Kein Wunder, bis auf die Oppositionspolitiker machen die Politiker in Ö auch einen guten Job!

widerstand aus hernals  
24.09.2004 21:44

Lieber großer Mann, wer sind sie eigentlich , dass sie soo verliebt sind in schwarz-blau?
Schüssel,Bartenstein, Fuhrmann, Khol, eine oder ein JVPlerIn??

Die überwältigende Mherheit in diesem land ist gegen diese politik

papp kamerad
25.09.2004 14:18
@ widerstand aus hernals

wenns nur so wär!

die wahlergebnisse sprechen eine andere sprache!

Der groBe Mann
24.09.2004 15:16
Schüssel und Gorbach in der Opposition? In echt?

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