Rumsfeld: Keine Wahlen in Gewalt-Hochburgen?

25. September 2004, 17:29
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US-Verteidigungsminister: "Nicht perfekte Wahlen besser als gar keine" - Armitage: Keine Pläne für Teil-Wahlen im Irak

Washington - Von den irakischen Wahlen im Jänner könnten den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zufolge die Zentren der Gewalt im Land ausgeschlossen werden. "Gehen wir mal davon aus, dass wir versuchen, Wahlen abzuhalten, und wir bekommen das in drei Vierteln oder vier Fünfteln des Landes hin. Aber an einigen Orten klappt es nicht, weil die Gewalt zu groß ist", sagte Rumsfeld am Donnerstag in Washington vor einem Ausschuss des US-Senats. "Nun, dann wird es so sein. Nichts im Leben ist perfekt und so wird das eine Wahl sein, die nicht perfekt ist. Ist das besser, als gar keine Wahlen zu haben? Aber sicher", fügte er hinzu.

Kurz zuvor hatten US-Präsident George W. Bush und der irakische Ministerpräsident Iyad Allawi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Weißen Haus bekräftigt, dass die Wahlen wie geplant im Jänner stattfinden werden und sie sich auch von der zunehmenden Gewalt nicht von ihrem Kurs abbringen ließen. Kritiker warnen allerdings seit längerem davor, dass Rebellenhochburgen wie Falluja außerhalb der Kontrolle der US-geführten Truppen oder irakischer Sicherheitskräfte seien und damit zu einem Zufluchtsort für die Gegner der Neuordnung des Landes würden.

Armitage: Keine Pläne für Teil-Wahlen im Irak

Vize-US- Verteidigungsminister Richard Armitage hat am Freitag erklärt, es werde weiterhin geplant, im Jänner im ganzen Irak abzuhalten. Am Vortag hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärt, die Zentren der Gewalt im Land könnten von dem Urnengang ausgeschlossen werden.

"Ich weiß von keinen Änderungen und keinen (derartigen) Plänen", sagte Armitage im Anschluss an eine Anhörung in einem Komitee des Repräsentantenhauses in Washington. Dort hatte er erklärt: "Ich glaube, wir werden diese Wahlen in allen Teilen des Landes abhalten."

Kurz vor Rumsfelds Aussage vor dem Senat hatten US-Präsident George W. Bush und der irakische Ministerpräsident Iyad Allawi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Weißen Haus bekräftigt, dass die Wahlen wie geplant im Jänner stattfinden sollten. Kritiker warnen jedoch davor, dass Rebellenhochburgen wie Falluja außerhalb der Kontrolle der US-geführten Truppen oder irakischer Sicherheitskräfte seien. (APA/Reuters/Red)

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