Salzburger Ärzte operierten Baby während des Kaiserschnitts

24. September 2004, 21:10
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Lungenfehlbildung des Mädchens machte Anwendung einer seltenen Operationstechnik notwendig

Salzburg - Weltweit wurde dieses Verfahren 50 Mal angewandt, in Österreich erst ein Mal am AKH in Wien: An der Salzburger Landesklinik für Kinderchirurgie operierte ein Ärzteteam am Donnerstag in der Früh ein Baby während der Geburt an der Lunge.

Exutero-Intrapartum-Therapie

Das Verfahren heißt Exutero-Intrapartum-Therapie (Exit-Therapie). Dabei wird das Kind während der Operation noch vom mütterlichen Blutkreislauf über die Nabelschnur versorgt, erläuterte Thomas M. Boemers, Vorstand der Landesklinik für Kinderchirurgie, am Donnerstagnachmittag bei einem Pressegespräch.

Mutter und Kind wohlauf

Mutter und Kind sind nach dem insgesamt eineinhalbstündigen Eingriff wohlauf, teilten die Mediziner mit. Ein 25-köpfiges Team, dem Kinderchirurgen, Gynäkologen, Neonatologen und Anästhesisten angehörten, führte die seltene und langfristig geplante Behandlung durch.

Bei normaler Geburt hätte Baby keine Luft bekommen

In der 22. Schwangerschaftswoche war die werdende Mutter wegen des Verdachtes einer Lungenfehlbildung des Kindes der Pränatalmedizin zugewiesen worden. Die Ärzte stellten bei dem Baby eine nicht bösartige Zyste im linken Lungenflügel fest.

Bei einer normalen Geburt hätte die Gefahr bestanden, dass es durch diese Fehlbildung nicht beatmet hätte werden können, erläuterte Boemer.

Eine Operation nach der Geburt wäre auf Grund der Lungenfehlbildung für das Kind lebensgefährlich gewesen oder hätte mit einem schweren Defekt enden können, begründete der Mediziner die Wahl der seltenen Operationsmethode. (APA)

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