"EuroMillionen": Neun Länder und ein Jackpot

29. September 2004, 09:20
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Das neue Lottospiel lockt ab Oktober auch in Österreich mit Gewinnen jenseits der Zehnmillionengrenze

Neun Länder, ein Jackpot - mit der Teilnahme an "EuroMillionen" reagieren die Österreichischen Lotterien auf die immer stärker werdende illegale Konkurrenz im Internet. Das neue Lottospiel lockt ab Oktober mit Gewinnen jenseits der Zehnmillionengrenze.

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Wien - "Die Reichen werden nicht erfreut sein", verspricht die Werbelinie, die in den kommenden Tagen über Österreich hereinbrechen wird. Oder wie es Lotterien-Vorstand Leo Wallner ausdrückt: "Endlich kann auch in Österreich jeder hohe Gewinne machen." Nicht dass die heimischen Lotto-Jackpots nichts wert wären, aber ab 2. Oktober geht es wöchentlich um zehn bis 30 Millionen Euro oder sogar um mehr - je nachdem wie viele Spieler ihr Glück bei der neuen Lotterie "EuroMillionen" herausfordern. Theoretisch sind rund 200 Millionen Mitspieler vorhanden, erstmals zahlen neun europäische Länder in einen gemeinsamen Pot ein: Dem Cheftrio Frankreich, Spanien und England, wo das Spiel seit Jänner läuft, haben sich nun Belgien, Irland, Luxemburg, Portugal, die Schweiz und Österreich angeschlossen.

Neuer Tippschein ist alten ähnlich

Der neue Tippschein ist dem guten alten (und weiter bestehenden) Lottoschein recht ähnlich, allerdings müssen für den höchsten Gewinnrang "5 aus 50" und zusätzlich "2 aus 9" erraten werden. Daraus ergeben sich insgesamt zwölf Gewinnränge. Die Wahrscheinlichkeit für die richtigen Topkombinationen beträgt 1:76 Millionen (zum Vergleich Lotto: 1:8 Millionen), ein Tipp für zwei Euro ist verhältnismäßig teuer.

"EuroMillionen" bleiben eine nationale Angelegenheit

Mit dem neuen Ankreuzspiel reagieren die Österreichischen Lotterien vor allem auf den Trend, dass immer mehr Österreicher per Internet auch im Ausland ihr Spiel machen. Derartige Aktionen sind zwar illegal, doch Kontrolle ist praktisch unmöglich. Trotz der neuen Spielgemeinschaft bleibt "EuroMillionen" eine jeweils nationale Angelegenheit. Das heißt: Von Österreich aus darf weiterhin beispielsweise nicht in Portugal getippt werden. Wer während des Urlaubs an der Algarve einen Schein ausfüllt, kann den etwaigen Gewinn nicht ohne weiteres nach Hause bringen. Die Teilnahme in Österreich ist wie bisher in allen Annahmestellen, via Internet oder per Waphandy möglich.

Ziehung in Paris

Die Verhandlungen mit den drei Geberländern seien nicht gerade einfach gewesen, schildert Wallner. Die wöchentliche Ziehung bleibt in Paris, sie findet immer freitags um 21.30 statt und wird erst eineinhalb Stunden später in ORF 2 ausgestrahlt. Nur in Österreich wird es auf den neuen Wettscheinen auch die von Lotto und Toto bekannte zusätzliche Jokerchance geben.

Zu Anfang rechnet Waller mit 750.000 Tipps pro Woche, also einem Umsatz von 20 Millionen Euro bis Jahresende. Die Investitionskosten seien mit rund zwei Millionen Euro niedrig ausgefallen, weil nur die bestehende Software adaptiert werden musste. Die Gewinnbeteiligung der Österreichischen Lotterien beträgt vier Prozent. (Michael Simoner, DER STANDARD Printausgabe 24.9.2004)

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    Die wöchentliche Ziehung findet in Paris statt, sie findet immer freitags um 21.30 statt und wird eineinhalb Stunden später in ORF 2 ausgestrahlt. Die zusätzliche Jokerchance wird es nur in Österreich geben.

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