Nachrüst-Partikelfilter

24. September 2004, 12:45
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Nur mit Vorsicht zu genießen

Nicht nur ein paar Ärzte sind sich inzwischen sicher: Die in die Luft geblasenen winzigen Rußpartikel der Autos mit Dieselmotoren gefährden unsere Gesundheit. Und es gibt eine Technologie, mit der man den Rußausstoß praktisch auf null absenken kann.

Bei Neuwagen wäre deren Einsatz schon seit vielen Jahren kein Problem, doch erst jetzt bieten Autohersteller Rußfilter in einzelnen Modellen an. Im Windschatten dieser Tatsache kommt nun auch die Forderung, Rußfilter bei alten Dieselautos nachzurüsten. Das ist aber die teuerste, komplizierteste, riskanteste und gleichzeitig am wenigsten effiziente Möglichkeit, für die Umwelt etwas zu tun. Nachrüstfilter gesetzlich vorzuschreiben oder filterlose Autos zu bestrafen heißt, ein Versäumnis der Autoindustrie auf die Autokäufer abzuwälzen. Nachträglich einen Rußfilter einzubauen ist aus Platzgründen in vielen Fällen gar nicht möglich. Während der Partikelfilter bei Neuwagen über 90 Prozent des Rußes wegfiltert, kommt ein Nachrüstsystem nur auf 40 Prozent.

Da der Rußfilter meist statt des Oxidationskatalysators eingebaut wird, fällt auch noch dessen reinigende Wirkung weg, wenn das neue System versagt. Und dieses Risiko ist beim Einbau alleweil gegeben.

Ein Partikelfilter ist prinzipiell problemlos, wenn er mit der nötigen Sorgfalt beim Autohersteller adaptiert wird, was man von nachträglich in Werkstätten hineingeschusterten Systemen nicht unbedingt behaupten kann. (rs)
rudolf.skarics@utanet.at

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