Brasilien hält Konfrontationskurs mit IAEO bei

26. September 2004, 20:56
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Auch in Zukunft werden keine Inspektoren zu Uran-Zentrifugen vorgelassen

Wien - Brasilien bleibt auf Konfrontationskurs mit der Internationalen Atomenergiebehörde. Das Land habe bei der IAEO klargestellt, die Inspektoren der Organisation erhielten weiter keinen Zugang zu bestimmten Anlagen, sagte am Donnerstag aus diplomatischen Kreisen in Wien.

Eduardo Campos, der brasilianische Minister für Wissenschaft und Technik, habe der IAEO am Mittwoch außerdem gesagt, sein Land habe dem Atomwaffensperrvertrag einst zugestimmt, um die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Allerdings sei dies auf der Grundlage geschehen, einen nuklearen Rüstungswettlauf zu verhindern und sämtliche Atomwaffen auf der Welt zu beseitigen. Die Selbstverpflichtung des Landes im Rahmen des Vertrages dauere nicht für alle Zeiten.

Besorgnis der IAEO

Die IAEO sei besorgt darüber, dass Brasilien in einem Atemzug von einer einst vorgesehenen kompletten nuklearen Abrüstung und seiner eigenen Verpflichtung im Rahmen des Atomwaffensperrvertrages gesprochen habe, ergänzte der Diplomat.

Brasilien hat den Vertrag 1997 unterzeichnet und wiederholt festgestellt, sein Atomprogramm diene rein zivilen Zwecken. Die brasilianische Regierung bestätigte im Juni, den IAEO-Inspektoren im Februar und März den Zugang zu Zentrifugen in der Anlage von Resende verweigert zu haben. Brasilien verwies auf die Wahrung von Industriegeheimnissen. Die Zentrifugen dienen der Anreicherung von Uran. Angereichertes Uran kann sowohl als Brennstoff in Reaktoren, in hoch angereicherter Form aber auch zur Herstellung von Atombomben verwendet werden. (APA/AP)

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