Jodmangel beeinträchtigt Entwicklung von Kindern in Osteuropa

27. September 2004, 10:00
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Verteilung von Jodsalz erfolgt schleppend

Genf - Über 2,5 Millionen Kinder in Osteuropa leiden an Jodmangel. Das könne zu schweren Entwicklungsstörungen im Gehirn führen, teilte die das Kinderhilfswerk der UNO, UNICEF, am Donnerstag in Genf mit. Am schlimmsten sei die Situation in Russland und der Ukraine, sagte Anatoli Karpow, ehemaliger Schachweltmeister und UNICEF-Botschafter. Die zentral gesteuerte Abgabe von jodiertem Salz sei mit dem Ende des Kommunismus weggefallen.

Jodmangel in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten könne die Gehirnentwicklung beim ungeborenen Kind hemmen, sagte der UNICEF-Ernährungsexperte Arnold Timmer. Der Intelligenzquotient des Kindes könne so um zehn bis 15 Punkte gedrückt werden. Der Gebrauch von Jodsalz sei die einfachste Methode, den Jodkonsum zu erhöhen. "Das kostet pro Person gerade fünf Cent im Jahr," sagte Karpow.

Probleme bei der Verteilung

Seit 2000 hat sich nach UN-Angaben die Zahl der Haushalte in Osteuropa, die Jodsalz benutzen, auf 48 Prozent verdoppelt. Damit hinke die Region aber immer noch hinterher. In Südamerika etwa benutze über 80 Prozent der Bevölkerung Jodsalz.

Sieben osteuropäische Länder konnten in den vergangenen Jahren den Jodmangel erfolgreich bekämpfen. Nachzügler Russland habe vor allem in den ländlichen Regionen noch Schwierigkeiten mit der Verteilung von jodiertem Salz. "Das größte Hemmnis ist, dass viele Politiker das Problem einfach ignorieren", sagte Karpow. (APA)

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