Einzel zwischen Österreich und Großbritannien auf Samstag verschoben

24. September 2004, 19:18
posten

Wimbledon-Wetter beim Daviscup in Pörtschach: Kein Ball konnte an Tag eins geschlagen werden - Freitag-Tickets behalten ihre Gültigkeit

Pörtschach - Gerade auf die Gäste aus Großbritannien dürften die "Wimbledon-Verhältnisse" am Freitag in Pörtschach wenig Eindruck hinterlassen haben: Der Regen war am ersten Tag des Daviscup-Länderkampfs (Weltgruppen-Play-Off) Österreich gegen Großbritannien der große Spielverderber. Nach insgesamt 5:20 Stunden des Zuwartens entschied ITF-Referee Stefan Fransson (SWE) die Verschiebung der beiden Freitag-Einzel auf Samstag (ab 09:30 Uhr), im Anschluss daran soll nach etwa einer Stunde Pause das Doppel ausgetragen werden.

Die Freitag-Karten behalten ihre Gültigkeit, es werden am Samstag zwei "Sessions" veranstaltet. Sobald die Einzel beendet sind, müssen die Single-Zuschauer die Anlage verlassen, danach werden die Inhaber von Samstag-Tickets eingelassen. Allerdings war freilich noch nicht hundertprozentig klar, ob es zum Doppel kommen wird. Wenn ein Einzelspieler, der auch im Doppel zum Einsatz kommt, mehr als 45 Games spielen muss, ist er nicht verpflichtet, am gleichen Tag noch ein Mal anzutreten, besagt eine ITF-Regel.

Der Wettersturz, von dem am Wörthersee bis Donnerstagmittag nichts zu spüren war, hatte am Freitag auch den Süden voll erfasst. Allerdings versprachen die Meteorologen für das Wochenende eine Besserung, die Sonne soll erst am Sonntagnachmittag zurück kehren.

An eine Übersiedelung in die Halle wird von Seiten des ÖTV gar nicht erst gedacht. "Es gibt Hallen, aber diese entsprechen nicht den vom internationalen Verband (ITF) vorgeschriebenen Regeln." Fransson hat auch bereits bestätigt, dass man im Fall der Fälle auch bis Dienstag zuwarten könne. Für ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter gibt es aber vorerst keinen Grund an dieses "worst-case"-Szenario zu denken. Auch deshalb weil die Schlechtwetter-Front nicht aus dem Süden kommt. "Ein Adria-Tief setzt sich hier oft Tage lang fest. Diese Front kommt aus dem Nord-Westen und geht normalerweise auch schnell wieder vorbei", hat sich Reiter bei ortskundigen Wetter-Experten informiert.

Julian Knowle, der am Samstag im Doppel zum Einsatz kommen soll, und Jürgen Melzer trainierten in einer überdachten Freilufthalle, Koubek verbrachte die Zeit mit Karten spielen. Der Kärntner hatte immerhin die Möglichkeit, Freitagvormittag etwa 45 Minuten auf dem Center Court zu trainieren, ehe der große Regen kam.

Das Samstag-Programm wurde dementsprechend umgekrempelt: Bereits um 09:30 Uhr beginnt das erste Einzel für "Morgenmuffel" Stefan Koubek gegen Tim Henman, danach trifft Jürgen Melzer auf Greg Rusedski und nach einer angemessenen Pause sind vorerst die Doppel-Paarungen Julian Knowle/Melzer - Henman/Rusedski nominiert. Auf Grund der besonderen Situation, dass beide Einzel unmittelbar vor dem Doppel gespielt werden sollen, darf hier aber mit Umstellungen gerechnet werden. Henman/Rusedski haben übrigens als gemeinsames Daviscup-Doppel eine blütenweiße Weste und eine 8:0-Siegbilanz aufzuweisen.

"So schlecht es für die Zuschauer und die Veranstaltung ist: Das britische Wetter kann unseren Vorteil vergrößern, weil der Platz noch tiefer und die Bälle schwerer werden", meinte Daviscup-Kapitän Thomas Muster zur Situation. (APA)

  • Stefan Koubek und Tim Henman bei der Auslosung.

    Stefan Koubek und Tim Henman bei der Auslosung.

  • Schlechtwetter am Wörthersee.

    Schlechtwetter am Wörthersee.

Share if you care.