Vorteile der autarken Termitenbauten

1. Oktober 2004, 20:45
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Die Insektenbauten mit ihren Be- und Entlüftungsstrukturen dienen Forschern als Vorbild für das optimale Niedrigenergiehaus

London - Termitenhügel können nach Ansicht eines internationalen Forscherteams die optimalen Baumuster für Gebäudetechnologien der Zukunft liefern. Zu diesem Schluss kommt ein Wissenschaftsteam der Loughborough University, das in der Namib-Wüste Termitenbauten genau vermisst. Die Bauten passen sich nämlich äußeren Bedingungen wesentlich besser an und sind darüber hinaus auch umweltfreundlich, berichtet das Engineering and Physical Sciences Research Council.

Das Wissenschaftsteam besteht aus Technikern und Entomologen, die die Termitenbauten auch dreidimensional vermessen. Die Experten wollen herausfinden, ob auch menschliche Siedlungen der Zukunft nach ähnlichen Prinzipien errichtet werden können. Verblüffend, so die Forscher, sei vor allem die optimierte Be- und Entlüftung der Bauten. Quergänge und Verbindungen in den Hügeln sorgen nämlich dafür, dass im Bau selbst immer optimale Konditionen, vor allem bei Temperaturen, der Luftfeuchtigkeit und der Luftqualität herrschen.

Die Termitenhügel sind autarke Lebensräume, da die Termiten zur Versorgung mit Nahrung eigene Pilzkulturen ziehen, die sie zum Überleben brauchen. Das humane Äquivalent wären, so die Experten, Gebäude, die fast keine Energie zum Heizen und Kühlen brauchen, die optimierte Systeme zur Abfallbeseitigung aufweisen. Mithilfe digitaler Scans der Termitenhügel soll ein solches Haus zumindest als Computersimulation entworfen werden. Zunächst wollen die Forscher allerdings das gesamte System der Termitenhügel genau untersuchen. (pte)

  • Termitenbau im Tsavo East Nationalpark in Kenia.
    foto: derstandard.at

    Termitenbau im Tsavo East Nationalpark in Kenia.

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