Grüne jetzt in drei Landtagen über zehn Prozent

28. September 2004, 22:38
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Partei kommt damit dem selbst erklärten "mittelfristigen Ziel" näher, zu einer Zehn-Prozent-Partei zu werden

Wien - Anfang der 90er-Jahre war es das "mittelfristige" Ziel der Grünen, eine Zehn-Prozent-Partei zu werden. Diesem Ziel sind sie mit der Landtagswahl in Vorarlberg am 19. September wieder einen Schritt näher gekommen. Vorarlberg ist das dritte Land, in dem die Grünen mehr als zehn Prozent Stimmenanteil haben - neben Tirol (15,59 Prozent) und Wien (12,45). Die Zehn-Prozent-Marke haben die Grünen auch schon bei einer Bundeswahl übertroffen, bei der EU-Wahl heuer im Juni. Wie damals haben die Grünen aber auch heute ihr - neueres - Ziel nicht erreicht, drittstärkste Kraft zu werden.

Bei der Vorarlberger Landtagswahl blieben die Grünen mit über 4.000 Stimmen klar hinter den Freiheitlichen. Bei der EU-Wahl war es nicht die FPÖ, sondern der Unabhängige Hans-Peter Martin, der die Grünen überflügelte. In Vorarlberg lagen die Grünen schon einmal vor der FPÖ, bei ihrem Einzug in den Landtag im Jahr 1984. Den damaligen Rekordwert von 13,00 Prozent haben die Grünen heuer nicht geschafft. Gebrochen haben diesen Rekord die Tiroler Grünen im Vorjahr, die mit 15,59 Prozent bei der Landtagswahl den besten Wert erreichten, den Grüne seit ihrer Gründung jemals bei einer Wahl hatten.

In drei Landtagen sind die Grünen aktuell Dritte: In Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol. Den Weg zur drittstärksten Kraft eröffnete den Grünen der Eintritt der FPÖ in die schwarz-blaue Bundeskoalition im Jahr 2000. Die FPÖ verlor seither bei jeder Wahl, zum Teil massiv, Wähler - und die Grünen legten bei jeder Wahl deutlich zu.

Bei der Nationalratswahl 2002 blieben die Grünen knapp unter zehn Prozent. Das Ziel, die FPÖ - die auf 10,01 Prozent kam - zu überholen, verfehlten sie österreichweit damals noch - konkret um 26.348 Stimmen bzw. 0,5 Prozentpunkte. In vier Bundesländern lagen die Grünen aber schon bei der NR-Wahl vor den Blauen: In NÖ, Tirol, Vorarlberg und Wien. (APA)

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