Werke in Berliner Flick-Ausstellung beschädigt

24. September 2004, 11:38
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Mögliche geistige Verwirrung ohne politischen Hintergrund

Berlin - Bei einer Attacke auf die umstrittene Flick -Collection in Berlin sind zwei Kunstwerke schwer beschädigt worden. Eine 35-jährige Frau trat am Mittwochabend auf eine Skulptur ein und fügte außerdem einer weiteren Schaden zu, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die beiden Werke des Künstlers Gordon Matta Clark ("office baroque" und "graffiti truck", die zum Teil aus auf dem Boden liegenden Elementen bestehen) könnten allerdings restauriert werden, sagte Stiftungspräsident Klaus-Dieter Lehmann vor Journalisten. Es handle sich zwar nicht um eine geplante politische Aktion, allerdings sei die Tat offenbar von der "Emotionalität der Debatte" über die Sammlung von Friedrich Christian Flick begünstigt worden, die wegen der NS-Vergangenheit der Familie umstritten ist.

Handstand

Den Angaben der Stiftung zufolge kam die 35-Jährige am Mittwochabend in die Ausstellung, zerrte an den beiden Kunstwerken und rief dann, sie könne Flick nunmehr vergeben. Augenzeugenberichten zufolge hopste die gut durchtrainierte Frau regelrecht auf dem Fußboden herum und vollführte sogar einen Handstand.

Gegen die 35-jährige Frau wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Sie war noch am Abend festgenommen worden, ist aber wieder auf freiem Fuß, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Frau sei der Polizei bereits wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung bekannt. Die Beamten äußerten sich nicht dazu, ob die Frau geistig verwirrt ist. Lehmann schloss einen politischen Hintergrund aus.

Die Flick-Sammlung besteht aus insgesamt 2500 Exponaten, darunter Werke bedeutender zeitgenössischer Künstler wie Nam June Paik, Cindy Sherman, Francis Picabia oder Bruce Naumann. (APA/dpa)

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