Tschekelnock - ein Geheimtipp

    18. September 2004, 14:44
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    Fulminanter Panoramablick vom östlichen Ende der Gailtaler Alpen auf Kärnten, Slowenien und Italien

    "Ich wünsch Dir Zeit ..." So beginnt ein Gedicht im Gipfelbuch des 1892 m hohen Tschekelnock am östlichen Ende der Gailtaler Alpen. Die von der Windischen Höhe leicht erreichbare Erhebung nimmt sich vom Tal nicht besonders imposant aus. Doch vom höchsten Punkt aus lernt man die Meriten des Berges schätzen, der sich größere Bekanntheit verdient. Von dem über die Baumgrenze hinausragenden Gipfel genießt man eine traumhafte Rundsicht, die auszukosten tatsächlich Zeit verlangt. Man erblickt unter anderen die Julischen Alpen mit Triglav und Mangart, die Friulanischen Alpen, die Karawaken, die Karnischen Alpen bis zu den Sextener Dolomiten, die Gailtaler Alpen bis zum Reißkofel, Dobratsch, Latschur und Goldegg, Reißeck- und Kreuzeck-Gruppe, die Hohen Tauern, die Nockberge und das Gailtal mit Hermagor und Pressegger See.

    Zu dieser Aussicht gesellt sich eine intakte und vielfältige Pflanzenwelt: Schneerosen gibt es zu Tausenden, dazu kommen Dunkle Akelei, Rotes Waldvögelein, Waldhyazinthe, verschiedene Enziane und Weißer Germer.

    Trotz dieser Vorzüge verschlägt es nur sehr wenige Bergwanderer auf diese wunderschöne Erhebung. Sicher, der Anstieg ist teilweise sehr steil, aber völlig unproblematisch. Es gibt auch keine offene Hütte, aber eine Quelle mit köstlichem Wasser. Dem steilsten Stück kann man entgehen, wenn man auf die 1995 errichtete Forststraße ausweicht, nur ist dies wenig lohnend. Der Weg ist tadellos markiert und beschildert, mit Ausnahme des letzten Stücks wandert man stets im Wald.

    Die Route

    Direkt im Sattel der Windischen Höhe findet sich der Wegweiser zum Tschekelnock, am Rande der Alm trifft man auch auf die rote Markierung, die teils steil zur Höhe führt. Dann geht es auf der Forststraße zur Hadersdorfer Alm. Gehzeit 2 Stunden. Der Weg führt in einem Bogen auf einen Rücken, diesem folgend gelangt man in einer Dreiviertelstunde auf den Gipfel, wobei das letzte Stück wieder relativ steil ist.

    Die Anstiegsroute dient auch als Rückweg, vom höchsten Punkt bis zur Windischen Höhe braucht man etwa 2 Stunden. Gesamtgehzeit 4¾ Stunden, Höhendiffe- renz ca. 850 m. Keine Hütte auf der Strecke, Gasthaus auf der Windischen Höhe. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 199 (Hermagor)
    (DER STANDARD, Printausgabe vom 18./19. September 2004)

    Von
    Bernd Orfer
    • Artikelbild
      grafik: der standard
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