Telefonieren am Steuer: Unterschätzte tödliche Unfallursache

24. September 2004, 21:12
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Egal ob mit oder ohne Freisprecheinrichtung - jährlich 40 Tote und über 4500 Verletzte

Wien - Telefonieren am Steuer ist eine stark unterschätzte Unfallgefahr in Österreich. Mehr als 40 Verkehrstote und 4500 Verletzte gibt es dadurch jährlich laut einer am Mittwoch veröffentlichten Rechnung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Damit fordert das Telefonieren am Steuer - egal ob mit oder ohne Freisprecheinrichtung - rund 15-mal so viele Todesopfer wie Geisterfahrten. Durch letztere kamen in den vergangenen drei Jahren sieben Menschen ums Leben.

Freisprecheinrichtung wird immer seltener verwendet

Für den VCÖ wird deutlich, dass die Verpflichtung zur Verwendung von Freisprechanlagen immer seltener eingehalten wird. Dabei haben Studien in England gezeigt, so der Verkehrsclub, dass Personen, die ohne Freisprecheinrichtung telefonierten, eine längere Reaktionszeit hatten als Personen, die mit 0,8 Promille alkoholisiert waren, und sie machten um 40 Prozent mehr Fahrfehler.

Gefahr ist nicht bewusst

Seit 1999 ist in Österreich das Telefonieren während des Autofahrens nur mit Freisprechanlage erlaubt. Doch immer mehr telefonieren "ohne". Eine ARBÖ-Erhebung zeigte im Jahr 2000, dass damals 42 Prozent keine Freisprechanlage verwendeten. Damals waren 4,2 Millionen Mobiltelefone angemeldet, heute sind es laut VCÖ 7,2 Millionen. Es telefonieren demnach bereits 55 Prozent ohne Freisprecheinrichtung. Es mangle an Kontrollen - und es fehle das Bewusstsein über die Unfallgefahren. (APA)

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