Deutschland beantragt ständigen Sitz im Sicherheitsrat

28. September 2004, 16:30
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"Bereit, Verantwortung zu übernehmen" - Auch Nigeria und Südafrika wollen Sitz

New York - Der deutsche Außenminister Joschka Fischer hat für die Budesrepublik Deutschland einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beantragt. "Wie Brasilien, Indien und Japan ist auch Deutschland bereit, die Verantwortung zu übernehmen, die mit einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat verbunden ist", sagte Fischer am Donnerstag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York dem vorab verbreiteten Redetext zufolge.

Sitz für Afrika Nach Deutschland hat auch Nigeria vor der UN-Vollversammlung seine Kandidatur für einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat - als Vertreter Afrikas - verkündet. "Ich bin überzeugt, dass Nigeria ein qualifizierter Kandidat ist", sagte der Präsident des westafrikanischen Landes, Olusegun Obasanjo, am Donnerstag vor den Vertretern der 191 UN-Mitgliedstaaten.

Nigeria ist mit nahezu 130 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat des afrikanischen Kontinents. Obasanjo, der gegenwärtig auch Vorsitzender der Afrikanischen Union (AU) ist, verwies darauf, dass Konflikte in Afrika vergleichsweise oft den UN-Sicherheitsrat beschäftigen. Deshalb müsse einem ständigen Sitz für Afrika bei der Reform des höchsten Entscheidungsgremiums Priorität eingeräumt werden.

Der Wunsch nach einem permanenten Sitz für Afrika wird von Deutschland unterstützt, wie Außenminister Joschka Fischer (Grüne) in New York bekräftigte. Obasanjo erklärte im Namen der AU, dass die afrikanischen Staaten eine Erweiterung des Rates um mehrere ständige sowie nichtständige Mitglieder unterstützen.

Auch Südafrika bekundet Interesse

Als zweites Land des afrikanischen Kontinents meldet auch Südafrika sein Interesse an einem ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat an. "Südafrika ist bereit, den Menschen Afrikas und den Völkern der Welt in Sicherheitsrat zu dienen", erklärte Präsident Thabo Mbeki am Freitag nach seiner Rückkehr vor der UNO-Vollversammlung in New York.

Indien bewirbt sich

Auch Indien hat vor der UN- Vollversammlung offiziell sein Interesse an einem ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat bekundet. "Wir haben das Potenzial und die Kapazität", die Probleme der Welt mit anzupacken, erklärte Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh am Donnerstag in New York. Ein Land mit einer Milliarde Menschen von der Verantwortung auszuschließen, wäre ein Fehler, gab Singh zu verstehen.

Indien gehört neben Deutschland, Japan und Brasilien zu der Vierer-Allianz, die sich bei ihren Bewerbungen für ständige Mitgliedschaften im Weltsicherheitsrat gegenseitig unterstützen will. (APA/AP/dpa)

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    Laut Außenminister Joschka Fischer sei Deutschland bereit, "Verantwortung" zu übernehmen.

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